Magdeburg l Oliver Wolff führt die Maschine in die richtige Position und drückt auf den Schalter. Schon bahnt sich der Riesenbohrer mit einem Höllenlärm seinen Weg in den krustigen Asphalt. 50 Zentimeter tief etwa werden die Löcher gebohrt. Hier sollen die neuen Stahlleitplanken fest im Boden verankert werden. Meter um Meter arbeiten sich die Männer der Baufirma Eurovia auf dem Mittelstreifen voran.

Nachdem am gestrigen Dienstag auch die letzte Auf- bzw. Abfahrt an der Hundisburger Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden konnte, konzentrieren sich die Arbeiten nun auf die Fertigstellung der Mittelleitplanken. Auf etwa der Hälfte des vier Kilometer langen Baufeldes werden sie aus modernen Stahlleitplanken bestehen, weiter oben in Richtung Pfahlberg kommen hingegen geschwungene Betongleitwände zum Einsatz. Sie sind am Fuß rund einen halben Meter stark, ca. 80 Zentimeter hoch und werden größtenteils im nördlichen Bereich des Rings eingebaut.

Die "schmale Lösung"


"Hier ist der Mittelstreifen zu schmal, um wieder Stahlplanken zu setzen", erklärt Frank Sonntag, Bauleiter im Tiefbauamt. Der neue Betonwall hat den Vorteil, dass er weniger Platz benötigt und dennoch als äußerst stabil gilt, sollte es zur Kollision kommen. Seine Form am Fuß lenkt die Reifen beim Touchieren zurück auf die Fahrbahn. Eine Spezialmaschine fertigt die Betonwand an Ort und Stelle und "packt" sie direkt auf den Mittelstreifen.

So entsteht ein Schutzwall aus einem Guss, im Inneren zusätzlich verstärkt durch extra ummantelte Stahlseile. Der Ring bekommt damit ein stabiles, durchgängiges Bollwerk aus Beton, das nur punktuell mit variablen Fertigteilen bestückt wird. "Diese Stellen brauchen wir, falls mal Übergänge zwischen den Fahrbahnen geschaffen werden müssen", erklärt Bauleiter Sonntag.

Die neuen Leitplanken - sowohl aus Stahl als auch Beton - erfüllen die neuesten Sicherheitsanforderungen und bringen ein Plus mehr an Sicherheit, so Sonntag. Schließlich legt auch der Verkehr auf der Stadtautobahn immer mehr zu. Schon knapp 70.000 Fahrzeuge passieren jeden Tag den Magdeburger Ring. Tendenz steigend.

Der aktuelle Ausbau zwischen Albert-Vater-Straße und Abfahrt Pfahlberg mit verformungsbeständigerem Asphalt trägt diesem Umstand Rechnung. 5,5 Millionen Euro fließen in das Projekt, das zu 80 Prozent von Bund und Europäischer Union gefördert wird. Baustart war Mitte Juli.

Freigabe Mitte November


Inzwischen sind die Fahrbahnen zwar fertig ausgebaut, wegen der Arbeiten auf dem Mittelstreifen können im Moment aber nur die Außenspuren in beiden Richtungen befahren werden. "Wir hoffen, dass wir den Ring am 14. November wieder komplett freigeben können", sagte Frank Sonntag der Volksstimme. Vorausgesetzt, es regnet nicht ununterbrochen, denn das könnte noch Verzögerungen bedeuten.

Sobald es aber im November wieder freie Fahrt gibt auf dem Ring, sollen auch die ersten LED-Leuchten, die im aktuellen Baufeld neu montiert wurden, angeknipst werden. Spot an auf dem Ring: Das wäre dann auch die kleine Premiere für die von Oberbürgermeister Lutz Trümper angekündigte Wiederinbetriebnahme der Ringbeleuchtung nach langer Dunkelzeit.

 

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