Magdeburg l Als Magdeburg den Super-Blitzer (Wert: 141.000 Euro) angeschafft hat, rechnete man im Ordnungsamt mit 15.000 Verfahren im Jahr. Aus einer ersten Auswertung geht hervor, dass diese Zahl viel zu niedrig angesetzt ist. Vielmehr rechnet man im Ordnungsamt mit 4000 Verfahren im Monat und 48.000 im Jahr. Schon jetzt wurde eine zusätzliche Stelle geschaffen - weitere sollen möglicherweise folgen. Denn allein in den ersten sechs Monaten spielte das Gerät knapp 320.000 Euro ein. Der Blitzer wurde Anfang dieses Jahres gekauft und soll im Zuge eines dreijährigen Pilotprojektes im gesamten Stadtgebiet zum Einsatz kommen, zusätzlich zu den Radarfallen der Polizei.

Eines der Hauptargumente für die teure Technik war damals gewesen, dass die Zahl der Verkehrsunfälle gesenkt werden soll. Laut Verkehrsunfallstatistik der Polizei ist genau das im Untersuchungszeitraum (März bis Mai) auch passiert. Im Vergleich zum Vorjahr krachte es 17 Prozent weniger, die Zahl sank von 2281 auf 1875 Unfälle. "Hieran kann auch der kommunalen Geschwindigkeitsüberwachung ein Anteil zugerechnet werden", heißt es aus dem Ordnungsamt. Ob die zusätzliche Verkehrüberwachung der Stadt daran tatsächlich ihren Anteil hat, lässt sich allerdings statistisch nicht darstellen.

Gemessen wurde im Zweischichtsystem, hauptsächlich montags bis freitags, in der Zeit von 6 bis 20 Uhr. Laut Ordnungsamt wurde an 37 Schulen geblitzt und in zahlreichen Tempo-30-Zonen und vor Alten- und Pflegeheimen. Außerdem seien 46 Messstellen eingerichtet worden, zu denen Bürgerbeschwerden vorlagen.

Besonderes Augenmerk legten die Kontrolleure auf Pechau. Aufgrund zahlreicher Bürgerbeschwerden wurden inner- und außerorts 11 Kontrollen durchgeführt. Dabei wurden 212 Verstöße festgestellt. Darunter sei laut Verwaltung aber entgegen vielen Anwohnerhinweisen, die über Lärmbelästigung klagten, kein Motorrad gewesen.