Magdeburg l Der ehemalige Fraktionschef der Magdeburger Alternative für Deutschland (AfD), Rainer Buller, hat den Austritt aus der Partei erklärt. Buller wird die AfD zum 31. Oktober verlassen. Der Volksstimme bestätigte er, dass er künftig als parteiloser Stadtrat weiterarbeiten möchte. Der Austritt Bullers ist der vorläufige Höhepunkt einer langen Streitgeschichte.

Bereits vor zwei Monaten - nach der ersten Ratssitzung nach der zurückliegenden Kommunalwahl - war die AfD aus dem Stadtrat verschwunden. Die dreiköpfige Fraktion hatte nach dem Austritt von Mandy Loskant den Fraktionsstatus verloren. Buller wurde damals von Loskant vorgeworfen, sich eigenmächtig zum Fraktionsgeschäftsführer ernannt zu haben.

Nun legt AfD-Kreischef Ronny Kumpf in einem Schreiben noch mal mit deftigen Worten nach. Mit dem Parteiaustritt komme Buller lediglich parteiinternen Schritten gegen seine Person zuvor. "Herr Buller hat unter Ausnutzung seines Ehrenamtes als Stadtrat und seines Status als Fraktionsvorsitzender die Stadt, die Parteimitglieder und die Fraktion angelogen", schreibt Kumpf.

Während es sich beim Ratsamt um ein Ehrenamt handelt, ist der Posten des Fraktionsgeschäftsführers mit Geld verbunden. Die Stelle wird Vollzeit nach den Tarifverträgen des öffentlichen Dienstes entlohnt. Bereits zur konstituierenden Ratssitzung wurde damals gemunkelt, dass Ex-FDPler und Neu-AfDler Rainer Buller mit der Übernahme von Fraktionsvorsitz und Fraktionsgeschäftsführung in Personalunion einen richtig guten Schnitt für sich persönlich machen wolle. Zur Wahl angetreten war Buller (67) als Rentner.

Buller hatte zwar nicht bestritten, dass er Fraktionsgeschäftsführer werden wollte, sagte aber, dass er das Amt nur kommissarisch habe führen wollen. Die erneuten Anschuldigungen von AfD-Stadtchef Ronny Kumpf wollte Buller am gestrigen Sonntag nicht kommentieren. Buller sagte der Volksstimme aber, dass er mit seinem Anwalt in Kontakt stehe und rechtliche Schritte gegen seinen ehemaligen Parteikollegen Kumpf prüfe.