Magdeburg l Alle sechs Jahre müssen Brücken einem umfangreichen Test unterzogen werden, heißt es in den Richtlinien für Brückenprüfungen. Drei Jahre später gibt es eine Zwischenprüfung. Die Anna-Ebert-Brücke ist mittlerweile jährlich an der Reihe.

Die Gewölbe der fast 135 Jahre alten Brücke sind von zahlreichen Rissen durchzogen. Das Bauwerk über die Alte Elbe hat zudem durch das Hochwasser 2013 weiteren Schaden genommen. Tatsache ist auch, dass die ab 1880 erbaute Brücke unter den Belastungen des modernen Straßenbahn- und Autoverkehrs zunehmendem Verschleiß unterworfen ist. Das erfordere eine regelmäßige Prüfung des altersschwachen Bauwerks durch Fachleute.

Matthias Schulze, Chef des gleichnamigen Magdeburger Ingenieurbüros, klopfte am Sonntag das Mauerwerk Meter für Meter ab, dokumentierte poröse Stellen. An seiner Seite Karsten Eins vom Tiefbauamt: "Wir schauen uns Risse und Abplatzungen an und Schäden an der Gewölbestruktur." Beide Männer haben die Anna-Ebert-Brücke bereits mehrfach eingehend untersucht und begutachten, ob sich die Spalten im Gemäuer vergrößert haben.

Die Prüfung an der Ebertbrücke wird erst in den nächsten Tagen vollständig ausgewertet sein. "Wenn alles aufgelistet ist, wird entschieden, welche Maßnahmen nötig sind", so Schulze. Es habe aber keine Signale gegeben, die ein kurzfristiges Reagieren wie Sperrungen und Lasteinschränkungen erforderlich machen würden.

Weil für die Untersuchung ein Spezialfahrzeug mit der absenkbaren Arbeitsbühne postiert werden musste, war die Brücke gestern nur einspurig mit Ampelregelung für Autos befahrbar und für den Straßenbahnverkehr gesperrt. Das führte zu Staus.