Magdeburg l Für die Asylbewerber sollen Häuser an der Sandbreite in Buckau und am Bruno-Taut-Ring in Olvenstedt angemietet werden. Das sagte der Sozialbeigeordnete Hans-Werner Brüning (Linke) Mittwochmittag vor Journalisten. "Wir haben nahezu Vollauslastung", so Brüning weiter. Derzeit kommen pro Monat 90 Flüchtlinge nach Magdeburg. Vor einem Jahr waren es noch ungefähr 30. In der Verwaltung rechnet man damit, dass diese Zahl noch weiter steigen wird.

Etwa 85 Prozent aller Wohnungen für Asylbewerber in Magdeburg seien belegt. 778 Personen sind derzeit in den Gemeinschaftsunterkünften und kommunal angemieteten Wohnungen untergebracht. An der Sandbreite sollen 74 Plätze entstehen, am Bruno-Taut-Ring 150. Während die Liegenschaft an der Sandbreite in einem Industriegebiet einem privaten Unternehmen gehört, gehören die Häuser am Bruno-Taut-Ring zum Bestand der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Wobau.

Trümper fordert Flüchtlingshilfe vom Land

Bereits beschlossen ist die Anmietung von Wohnraum am Westring und von 51 Wohnungen im gesamten Stadtgebiet (Volksstimme berichtete).Laut Brüning sollen die zusätzlichen Wohnungen in Olvenstedt und an der Sandbreite vor allem für Familien sein. Speziell in Olvenstedt wird die Verwaltung im November unter anderem in den Einwohnerversammlungen mit den Einwohnern sprechen. Nach wie vor ist allerdings die Frage der Finanzierung unklar. Man stehe im Kontakt mit dem Innenministerium Sachsen-Anhalt, sagte Brüning.

Zuletzt hatte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) auf eine dramatisch klaffende Finanzierungslücke hingewiesen. Die Unterbringung der steigenden Zahl von Asylbewerbern verursache in der Landeshauptstadt allein in diesem Jahr Mehrkosten von rund 5,79 Millionen Euro, sagte Trümper. Das Land erstatte der Stadt über den kommunalen Finanzausgleich nach jetzigem Stand jedoch nur 1,56 Millionen Euro.

Magdeburg bliebe deshalb auf 4,23 Millionen Euro sitzen. Auch im kommenden Jahr würden rund fünf Millionen Euro zusätzlich benötigt, schätzte er und forderte das Land auf, die Kosten komplett zu übernehmen, wie es das Aufnahmegesetz des Landes vorsieht. Ähnlich wie im Bund werden Flüchtlinge auch in Sachsen-Anhalt über einen speziellen Schlüssel verteilt. Von allen Flüchtlingen, die nach Sachsen-Anhalt kommen, landen derzeit etwa 11 Prozent in der Landeshauptstadt. Das Land rechnet in diesem Jahr aufgrund der Krisen in Nahost mit 6000 Asylbewerbern. 2008 waren es lediglich 600.

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