Beyendorf-Sohlen l "Dies ist ein großer Erfolg", wertet Jürgen Tiedge, Ortschaftsrat und Mitstreiter der Einwohnerinitiative zum Erhalt des Haltepunktes die Nachricht, dass der Beyendorfer Standort erhalten bleibt. Dies erfuhren Vertreter der Initiative aus erster Hand: Bei der Übergabe einer Liste mit 900 Unterschriften informierte Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) den Sprecherrat über die Sicherung des Bahnhaltepunktes.

Die Prognose steht unter dem Vorbehalt, dass der Landtag dies auch so beschließt. Zur Erinnerung: Ziel ist die Konsolidierung des Landeshaushaltes. Demnach sollen keine neuen Schulden angehäuft, die alten abgebaut werden. Daran orientiert sich die Aufstellung des Doppelhaushaltes für 2015 und 2016. Außerdem sollte Vorsorge getroffen werden für den Fall, dass bei der Neuverhandlung des Regionalisierungsgesetzes der Bund die Mittel des Landes reduziert. Daher erstellte der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (Nasa) eine Streichliste, auf der sich der Beyendorfer Halt ebenso wiederfand wie der Dodendorfer und Langenweddinger. Die Nasa befindet sich vollständig im Besitz des Landes - plant, bestellt und bezahlt den Personennahverkehr auf der Schiene. Es ginge nicht darum, einen bestimmten Haltepunkt zu streichen, sondern die Regionalbahn Magdeburg-Oschersleben nicht mehr anzubieten, sollte der Landtag das Geld nicht zur Verfügung stellen können, so Nasa-Geschäftsführer Rüdiger Malter. Und: "Dann würde der Regionalexpress übrig bleiben. Um die schnelle Verbindung in den Harz sicherzustellen, würde neben dem Halt in Oschersleben bestenfalls mit Osterweddingen ein Halt ergänzt werden können." Die Signale aus dem Landtag sehen aber anders aus. Der im Frühjahr prognostizierte Mittelbedarf falle gegenwärtig geringer aus, das Jahr 2015 sei gesichert. Geld für das Jahr 2016 müsse vom Landtag allerdings noch "gefunden werden".

Das Damoklesschwert hängt also noch weiter über der Strecke. Neben finanziellen Mitteln seien für den Fortbestand auch Fahrgastzahlen entscheidend. Fakt ist, dass im Beyendorfer Halt noch "eine Menge Potenzial steckt", wie Rüdiger Malter sagt. Binnen zehn Minuten erreichen Fahrgäste den Magdeburger Hauptbahnhof - davon machen täglich 50 Ein- und Aussteiger Gebrauch. Dies bedeute, dass täglich nur etwa 25 Menschen den Haltepunkt benutzen würden.