Magdeburg l Das Vorhaben, die Fassade der Kirche "Sankt Ambrosius" mit Hilfe des Bundesprogramms sanieren zu lassen, ist umstritten. Für Unmut sorgt im Vorfeld der Stadtratssitzung die Tatsache, dass die Sanierung nicht zu jenen 22 Vorhaben zählte, auf die sich Bewohner des Stadtteils verständigt hatten (Volksstimme berichtete). "Dass die Kirche saniert werden muss, ist unbestritten", so Stadtrat Michael Hoffmann (CDU), einer der Aktiven in Bezug auf die ASO-Liste. Zudem könne die Gemeinde das Vorhaben nicht allein stemmen, bringe aber Eigenmittel ein.

Architektin Sina Stiebler ist von der Kirchengemeinde beauftragt worden, ein Sanierungskonzept zu erstellen. Sie schätzt den Zustand als "dramatisch" ein, die gesamten Fassadenflächen sind stark substanzgeschädigt: Umwelteinflüsse und eine Sanierung in den 1950er Jahren, bei der Zement als Baustoff verwendet wurde, haben bewirkt, dass sich offene Fugen und Flanken gebildet haben. Aus Sicherheitsgründen seien bereits Zierelemente von der 1854 errichteten Kirche abgenommen worden. Für die Fassadensanierung als erster Bauabschnitt für eine umfangreiche Sanierung der gesamten Kirche sind 445 000 Euro kalkuliert worden.

Überlegungen der Linken, die Punkte "Kirche" und "Spielplatz Langer Weg" von der fünf Projekte umfassenden Sudenburger ASO-Liste streichen zu lassen, werde die CDU-Fraktion nicht unterstützen, so Hoffmann. Er werde aber einen Antrag einbringen, diese Vorhabenliste um das Projekt "Umgestaltung des Eiskellerplatzes" zu erweitern. Linken-Stadtrat Oliver Müller kritisiert, dass sich die Ambrosiuskirche nicht in jenem Katalog wiederfindet, auf den sich der Stadtrat im vergangenen Jahr für das ASO-Programm verständigt hat. "Es hieß, was nicht auf der beschlossenen Liste steht, wird nicht gefördert", so Müller. Zudem schätzt er ASO für eine Sanierung einer Kirche als unpassend ein. "Hier geht es darum, Geschäftsstraßen attraktiver zu gestalten. Da erzielen andere Projekte als die Sanierung der Kirchenfassade, die sicherlich notwendig ist, größere Effekte." Oliver Müller werde versuchen, das Vorhaben der Umgestaltung des Eiskellerplatzes sowie den barrierefreien Ausbau des Haltestellenbereiches Bergstraße über einen Änderungsantrag in die ASO-Liste einzubringen. Gesprächsbedarf sieht er bei der Verteilung von ASO-Mitteln in den Stadtteilen. "Es hieß, jeder bekäme gleich viel. Nun soll Sudenburg weniger erhalten als beispielswiese Stadtfeld."

Ea gehe darum, für welche Projekte 2015 Förderanträge gestellt werden, damit 2016 das Geld fließe, stellt Hoffmann klar.