Magdeburg l In Gambia soll ihr Gefährt zugunsten von Hilfsorganisationen und Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäusern verkauft werden. Es ist ein symbolträchtiger Start, den Andreas Kose und Burkhard Meffert im Beisein von Familie, Freunden und Unterstützern wagen: In Tagen, die an Erinnerungen an den Mauerfall vor 25 Jahren geprägt sind, unternehmen sie das wohl größte Abenteuer ihres Lebens. "So ein Vorhaben wäre in der damaligen Zeit wohl undenkbar gewesen und ein Stück Freiheit", so Kose.

Dafür haben sie sich einen 1998er Mercedes E220 besorgt, der als Taxi genutzt wurde. Entsprechend der Fahrt gen Afrika haben die Autoschrauber ihr Gefährt "Sandkorndaxi" in Anlehnung an das Land Dakar getauft, dass sie durchqueren werden. Startgebühr und Autokauf haben sie aus eigener Tasche finanziert. Am Zielort Banjul, der gambischen Hauptstadt, soll der Wagen am 30. November meistbietend verkauft werden, das Geld für Einrichtungen vor Ort zur Verfügung gestellt werden. Ziel ist nicht der Schnellste vor Ort zu sein, sondern die Unterstützung, so das Anliegen der Dresden-Dakar-Banjul-Challenge.

Doch davon trennen Kose und Meffert noch Tausende Kilometer. Zunächst sind sie zur spanischen Hafenstadt Algeciras gefahren. Nonstop. "Zu zweit ist das doch keine Entfernung", so Meffert. Dann geht es mit einer Fähre auf den afrikanischen Kontinent, anschließend ins Ungewisse. "Wir sind gespannt, was uns erwarten wird, wen wir auf unserer Fahrt treffen werden", so Burkhard Meffert.

50 Fahrzeuge steuern bei der diesjährigen Challenge aus Deutschland den Zielort Banjul an. Andreas Kose: "Dabei werden sich sicherlich Gruppen bilden, die gemeinsam unterwegs sein werden." Geschlafen wird in Schlafsäcken in Zelten, die Eindrücke in Bildern festgehalten. In den vergangenen Monaten haben Tischler Kose und Kfz-Mechaniker Meffert ihr Daxi generalüberholt und ihr Gepäck, bestehend aus Dingen wie Gaskocher, Werkzeug und Campingausrüstung, zusammengestellt. "Und wir haben viele Klamotten dabei, das hätte ich im Vorfeld nicht gedacht", so Andreas Kose schmunzelnd. Außerdem haben sie sich gegen Gelbfieber impfen lassen und einer Malariaprophylaxe unterzogen sowie Visa-Stempel für Mauretanien und Senegal besorgt. "Bei unserer Vorbereitung sind wir von unserer Familie, Bekannten und Unternehmern unterstützt worden, damit wir unsere Reise stemmen können", freuen sich die beiden Fahrer über die große Resonanz, die ihr Vorhaben hervorrief.

Die Überfahrt in dieser Woche und der Rückflug am 5. Dezember sind die einzigen Termine, die von den beiden Rallyefahrern eingehalten werden müssen, "ansonsten haben wir genügend Zeit, die Länder und Menschen kennenzulernen", so Meffert. Angst haben sie nicht - in Gambia sind keine Ebola-Fälle bekannt. Im Land gibt es eine massive Aufklärung über die Infektionskrankheit. Etwa in der von der Challenge unterstützten Krankenstation in Gunjur.

Andreas Kose und Burkhard Meffert berichten über die Internetplattform Facebook in der öffentlichen Gruppe "Sandkorndaxi" über ihre Fahrt