Magdeburg l Es ist nicht allein die Freude an unternehmerischer Energie, die Oberbürgermeister Lutz Trümper beim Blick auf die Unternehmen in Magdeburg Freude bereitet. Es sind auch die steigenden Steuereinnahmen für die Stadtkasse. Dies machte der Oberbürgermeister während der Ehrung für Unternehmen in der Landeshauptstadt deutlich. Die Gewerbesteuer in Magdeburg betrug im Jahr 2013 104 Millionen Euro - abzüglich Gewerbesteuerumlage für Bund und Land bleiben der Kommune 96 Millionen Euro. Lutz Trümper: "Dabei gab es in den vergangenen Jahren keine Steigerungen des Hebesatzes." Mit einem Hebesatz von 450 Prozent ist Magdeburg aber für Unternehmen auch kein billiges Pflaster - so hoch liegt der Satz in Sachsen-Anhalt ansonsten nur in Dessau-Roßlau und in Halle. Bundesweit liegen von den Gemeinden mit mehr 20 000 Einwohnern Bremen, München, Frankfurt am Main, Rostock, Hamburg, Hannover, Laatzen, Leipzig, Eisenach und Erfurt sowie mehr als 70 Kommunen in Nordrhein-Westfalen über dem Magdeburger Hebesatz von 450 Prozent.

Wenn die Steuern denn so sehr ergiebig sprudeln, dann könnte man ja auch einmal über eine Senkung nachdenken, so der Vorschlag von Burghard Grupe, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Magdeburg. Mit Verweis auf anstehende Großvorhaben wie den Neubau einer Brücke über Alte und Zollelbe machte der Kammervertreter aber auch gleich selbst klar, dass die Hoffnung derzeit alles andere als realistisch ist.

Zumal auch Lutz Trümper darauf verwiesen hatte, dass Magdeburg zwar dank einiger Nachzahlungen am besten unter allen ostdeutschen Städten ab 200 000 Einwohnern abschneidet und insgesamt in Ostdeutschland den dritten Platz belegt - aber gerade einmal 60 Prozent Gewerbesteuereinnahmen westdeutscher Großstädte erreicht. Und das wiederum macht klar, warum der Magdeburger Oberbürgermeister angesichts der gepanten Kürzungen von Zuschüssen für die Kommunen seitens des Landes die Stadt in Gefahr sieht.