Magdeburg l Der Rundbrief der Wohnungsbaugenossenschaft "Otto von Guericke" trägt den Titel "Aktuelle Information zur Unterbringung von Zuwanderern in Neu-Olvenstedt". Konkret geht es dabei um ein Heim am Bruno-Taut-Ring, das im kommenden Jahr entstehen soll. Entsprechende Pläne hatte der Sozialbeigeordnete Hans-Werner Brüning Ende Oktober im Rathaus vorgestellt (Volksstimme berichtete).

"Unsere Mieter haben von den Plänen erst aus der Volksstimme erfahren", sagt Oliver Hornemann, Vorstand bei der Wohnungsbaugenossenschaft "Otto von Guericke". Das künftige Asylbewerberheim liegt im sogenannten Putzerhof, vor einem Block der Genossenschaft.

In dem Schreiben von Hornemann heißt es: "Unser größtes Ärgernis war der Umstand, dass man sich für das Gebäude entschieden hatte, welches genau unserem Wohngebäude gegenüber liegt." Das künftige Asylbewerberheim gehört zum Bestand der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) und sollte laut Quartiersvereinbarung bereits abgerissen werden.

Man habe intensive Gespräche mit dem zuständigen Sozialdezernat und der Wobau geführt. "Uns ist es gelungen, dass die Wohnungsbaugesellschaft nun nicht mehr die Herrichtung der Eingänge 89-92 weiter verfolgt", heißt es in dem Schreiben. Nun soll ein anderes, ebenfalls leerstehendes Gebäude umgebaut werden.

Bei der Wobau kann man entsprechende Ankündigungen nicht bestätigen. Allerdings soll neben Oberbürgermeister Lutz Trümper bei der heutigen Einwohnerversammlung (18 Uhr, Grundschule "Am Grenzweg") auch Wobau-Geschäftsführer Heinrich Sonsalla sprechen.

Fakt ist: Als klar wurde, dass Magdeburg Platz für Asylbewerber braucht, hat die Verwaltung über das kommunale Gebäudemanagement eine Anfrage an alle großen Vermieter der Stadt geschickt. Die Blöcke am Bruno-Taut-Ring waren von Beginn an im Gespräch.

"Dass wir so spät von den Plänen erfahren, ist für uns ein Schlag ins Gesicht", sagte Matthias Gehrmann von der Bürgerinitiative Olvenstedt. "Aus der Sicht des Stadtteilmanagements sollten natürlich die Menschen und Akteure vor Ort, aber auch Institutionen wie GWAs und Wohnungsunternehmen schon immer frühzeitig an Entscheidungen, die für Neu-Olvenstedt wichtig sind, beteiligt werden", sagte Stefan Köder vom Stadtteilbüro.

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