Prester l Der Frühling hält schon wieder Einzug in Prester. Seit ungefähr zehn Tagen hat es sich ein Storch am Steindamm-Privatweg gemütlich gemacht, berichtet Thomas Lutze der Volksstimme-Redaktion. Er ist beringt, sehr groß (ausgewachsen) und übernachtet auf einem warmen Hausschornstein. Tagsüber hält er sich auf dem Feld und auf den warmen Straßenlampen auf. Neuankömmling oder den Abflug verpasst, fragen sich die Anwohner in Prester und machen sich Sorgen. Der Weißstorch als klassischer Zugvogel verbringt normalerweise das Winterhalbjahr in Afrika.

Christoph Kaatz vom Storchenhof Loburg gib Entwarnung. Zwar sind Störche in dieser Jahreszeit bereits in ihr Überwinterungsquartier gezogen. Doch es komme auch vor, dass Störche aus verschiedenen Gründen noch etwas bei uns bleiben.

"Auch jetzt finden Störche noch ausreichend Nahrung in unseren Gefilden", erklärt der Storchenexperte. Dies könnte auch einer der Hauptgründe sein, warum Meister Adebar noch keine Lust auf Afrika hat. Der Vorsitzende des Fördervereins Storchenhof Loburg geht davon aus, dass, wenn es kälter wird, der Storch weiterziehen wird. Erst bei wochenlanger starker Kälte und dicker Schneedecke wird das Futter für die Störche knapp.

Die Befürchtungen besorgter Bürger, dass überwinternde Störche hier erfrieren müssen, sind unterdessen unbegründet. Die Kälte selbst mache den großen Vögeln wenig aus. Nur weil sie in der Regel im Winter keine Nahrung finden, ziehen sie überhaupt nach Afrika.

Christoph Kaatz warnt zudem vor unnötigen Einfangaktionen. Das sei aus seiner Sicht nicht nötig. Nur wenn der Storch geschwächt und verletzt ist und sich leicht einfangen lässt, sei es sinnvoll.

Apropos: Der Storchenhof Loburg ist täglich von 10 bis 16 Uhr für interessierte Besucher geöffnet. Führungen finden nach Bedarf für Einzelpersonen, Familien und größere Gruppen statt. Bei letzteren wird um vorherige Absprache gebeten. Doch nicht nur Störche gibt es hier zu bestaunen. Familie Kaatz hat auch zwei Bienenstöcken, Heidschnucken, Fränkischen Landgänsen, Nonnengänsen, Kleinhühnern und Tauben ein Zuhause gegeben.

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