Magdeburg l An einem langen Tisch stehen die Vertreter von acht Unternehmen, ihnen gegenüber acht Schüler. Mit dem ersten Klingeln beginnt die Uhr zu laufen. Drei Minuten hat nun jeder bis zum nächsten Signal. Dann wird gewechselt, die Schüler rutschen einen Platz weiter. Beim Job-Speeddating gibt es keine Regeln, nur die Uhr, die tickt. Beide Seiten müssen also schnell auf den Punkt kommen.

Einer der Schüler ist der 15-jährige Marvin Schmidt. "Ich weiß noch nicht genau, was ich später machen will. Vielleicht etwas in die Richtung Mechatronik", sagt er. Ihm gegenüber steht Hauptfeldwebel Steve Erling. Marvin kommt gleich zur Sache, stellt sich vor, sagt, was er für Vorstellungen hat.

Hauptfeldwebel Erling hört zu und berichtet, dass man bei der Bundeswehr auch eine zivile Berufsausbildung machen kann: zum Beispiel als Mechatroniker. Für Schüler Marvin ist das neu. Beide tauschen sich über Jobperspektiven und Anforderungen aus. Dann ertönt die Klingel. Beide geben sich die Hand und starten in die nächste Runde.

Sowohl für Hauptfeldwebel Erling als auch für Schüler Marvin ist das Job-Speeddating eine neue Erfahrung. "Eine gute Sache", sagt Erling.

Insgesamt waren mehr als 60 Unternehmen aus Sachsen-Anhalt da und boten 350 Stellen an. "Mit der Resonanz sind wir sehr zufrieden", sagt Janine Koska, die Organisatorin der Job- und Lehrstellenbörse.

Mehr als 3000 Besucher zählten die Veranstalter insgesamt an beiden Tagen. Während sich der Freitag speziell an Fach- und Führungskräfte richtete, war der Sonnabend für Berufsstarter gedacht. "Für uns steht jetzt schon fest, dass es im kommenden Jahr eine Neuauflage geben wird", sagt Koska. Das Konzept sei bei den Ausstellern gut angekommen. "Wir wollen keine klassische Messe, wo alle nur durchlaufen. Die Leute sollen ins Gespräch kommen", so Koska weiter. Am ersten Tag hätten die Unternehmer im Schnitt 80 bis 100 Gespräche geführt.

Dass es neue Wege braucht, um Angebot und Nachfrage an einen Tisch zu bringen, kann auch Gordon Schreiber von der Bundesagentur für Arbeit Magdeburg bestätigen. Er zeigte beispielsweise Schülern auf einem Tablet-PC, wie sie sich informieren können. "Unser Ziel ist es, dass Berufseinsteiger auf unseren Online-Portalen selbst aktiv werden, Daten einpflegen und nach Unternehmen suchen", sagte er. Gerade im Online-Bereich seien den Ideen kaum Grenzen gesetzt.

Auf der Website www.hierbleiben-magdeburg.de gibt es einen Überblick über Jobangebote in Sachsen-Anhalt.