Magdeburg l Tobias Krull aus Wanzleben bleibt Vorsitzender der 515 CDU-Mitglieder des Kreisverbandes Magdeburg. Auf einer Gesamtmitgliederversammlung am Sonnabend im Ramada-Hotel wurde er ohne Gegenkandidat bestätigt. Von den 84 Wahlberechtigten votierten 79 für ihn. Es gab fünf Gegenstimmen. "Ich möchte die neue Wahlperiode nutzen, um auch diese fünf CDU-Mitglieder noch von mir zu überzeugen", sagte der 37-Jährige, der hauptamtlich die Geschäfte der CDU-Ratsfraktion im Stadtrat führt. Politisch will er die nächsten zwei Jahre nutzen, um die Christdemokraten auf die OB-Wahl im März 2015 und die Landtagswahl 2016 vorzubereiten.

Der Parteitag ging ohne Überraschungen über die Bühne. Krull, der seit vier Jahren an der Spitze der Magdeburger CDU steht, bekam den erwarteten Rückhalt. Veränderungen gab es in der zweiten Reihe. Stellvertreterin Eva Wybrands trat nicht wieder an und wurde von Anne-Marie Keding ersetzt. Sie erhielt 81 von 84 Stimmen. Der zweite Partei-Vize, der Bundestagsabgeordnete Tino Sorge, wurde bestätigt, erhielt allerdings nur 59 der 84 Stimmen.

Krull bekräftigte am Rande, dass die CDU zu den beiden wichtigsten Bauprojekten Tunnel und Strombrückenverlängerung stehe. "Beim Tunnel muss nun genau auf die Kosten geachtet werden. Ein Ausstieg kommt aber nicht in Frage. Er würde zu einer noch größeren Verzögerung und Verteuerung führen." Die Strombrückenverlängerung müsse ebenfalls kommen, notfalls auch über Kredite finanziert.

Die CDU nutzte den Parteitag auch für Kritik an der Landesregierung, an der sie selbst beteiligt ist. Im Mittelpunkt standen Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) und die Kommunalfinanzen. Insbesondere Magdeburgs Finanzbeigeordneter Klaus Zimmermann (CDU) rügte die ungenügende Finanzierung aller Kommunen. Diese führe in Magdeburg dazu, dass ein Loch von rund 16 Millionen Euro entstehe.

Ursprünglich sollte auf dem Parteitag neben dem Kreisvorsitz auch über den CDU-Bewerber für die OB-Wahl entschieden werden. Doch der Punkt wurde nicht auf die Tagesordnung gesetzt, weil es zuvor noch Gespräche "innerhalb des CDU-Kreisverbandes" geben solle, begründete Krull auf Nachfrage. Er selbst war schon als ein Kandidat gehandelt worden. Seine bisherige Stellvertreterin Eva Wybrands hatte ihn im September mit einem offenen Brief ins Gespräch gebracht. Damals hatte Krull der Volksstimme gesagt, er schließe nichts aus, falls er vorgeschlagen werde. Am Rande des Parteitages am Sonnabend klang das schon ein wenig anders. Auf die Frage nach einer Kandidatur sagte er, dass eine Bewerbung derzeit nicht zu seiner Lebensplanung gehöre. Dem Vernehmen nach soll am 16. Dezember im CDU-Kreisvorstand eine Vorentscheidung über den christdemokratischen Bewerber fallen. Ein öffentlicher parteiinterner Streit über einen Herausforderer für Amtsinhaber Lutz Trümper (SPD) sollte wohl vermieden werden.