Magdeburg l In der Ermittlungsgruppe zur Autobrandserie in Olvenstedt sitzen vier Beamte. Außerdem ist die Polizei derzeit verstärkt mit Streifen im Stadtteil unterwegs. Insgesamt zwölf Fahrzeuge hatten innerhalb einer Woche in Olvenstedt gebrannt, zuletzt vor einer Woche. In allen Fällen gehen die Ermittler von Brandstiftung aus. Der Schaden beträgt Zehntausende Euro.

"Bisher gibt es in Bezug auf ein gewisses Spektrum oder die Anzahl der Täter keine konkreten Erkenntnisse", sagt Polizeisprecher Marc Becher auf Volksstimme-Nachfrage. Auch sonst geben sich die Ermittler wortkarg. So gehörten etwa zwei der abgebrannten Autos der Wohnungsgenossenschaft "Otto von Guericke". Die Autos gingen in Flammen auf, nachdem bekannt geworden war, dass das Unternehmen in einem Brief an seine Mieter ein Haus für Flüchtlinge am Bruno-Taut-Ring als "Ärgernis" bezeichnet hatte. In der Folge war eine Diskussion zwischen Anwohnern, Wohnungsunternehmen und Oberbürgermeister entbrannt. Mit dem Ergebnis, dass der Standort für das Flüchtlingshaus noch einmal geändert wurde. Ein Zusammenhang mit dieser Debatte könne weder ausgeschlossen noch dementiert werden, heißt es von der Polizei. "Wenn wir einen Verdacht hätten, könnten wir verstärkt in eine bestimmte Richtung ermitteln. Das ist aber nicht der Fall", sagte Becher.

Handelt es sich bei dem Brandstifter etwa um einen Einzeltäter, macht das die Ermittlungsarbeit für die Polizei schwieriger. Organisierte Strukturen können leichter durchleuchtet werden. Auch ist die Spurenlage bei Bränden dünn, da das Feuer oft sämtliche Hinweise vernichtet.

Doch selbst zur genauen Brandursache geben die Ermittler keine Auskunft, obwohl die Einsatzkräfte und Zeugen vor Ort die Brandherde teilweise genau lokalisieren konnten. So berichtete etwa ein Zeuge der Volksstimme, dass er gesehen habe, wie ein Auto im Bereich des Radkastens angefangen habe zu brennen. Vor Ort fanden die Einsatzkräfte offenbar Rückstände von Brandbeschleuniger.

Die Anwohner in Olvenstedt sind beunruhigt, sagt Matthias Gehrmann von der Bürgerinitiative Olvenstedt. Seit Tagen gibt es in dem Stadtteil kein anderes Gesprächsthema. Die brennenden Autos an der Johannes-Göderitz-Straße, der Düppler Mühlenstraße und am Scharnhorstring hätten die Leute entsetzt. Dabei sind laut Polizei die Autobrände in Magdeburg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 41 auf 34 zurückgegangen.

Allerdings ist die Autobrandserie nicht die erste Tat eines Feuerteufels in Olvenstedt in den vergangenen Monaten. Anfang dieses Jahres hielt ein Brandstifter eine Hausgemeinschaft am Gerstengrund in Atem. Mehrfach wurde im Treppenhaus gezündelt, das Leben mehrerer Hausbewohner aufs Spiel gesetzt. Auch hier wurde eine Ermittlungsgruppe ins Leben gerufen. Ein Tatverdächtiger wurde geschnappt, musste aber wieder laufen gelassen werden, weil sich der Verdacht nicht erhärten ließ.

Anfang August dieses Jahres gingen in einer Serie mehr als 20 Müllcontainer in Flammen auf. Auch hier wurde kein Täter gefasst. Das Interessante: Die Container-Brandserie vom August startete in etwa dort, wo vergangene Woche die Autos brannten - an der Johannes-Göderitz-Straße.

Die Polizei sucht Zeugen, die Hinweise geben können. Sie können sich unter Telefon 0391/546 17 40 melden.

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