Magdeburg l Dass Weihnachten besinnlich und gleichzeitig modern sein kann, hat sich beim Auftritt der Magdeburger Band Kingsong am Sonnabend auf dem Sudenburger Weihnachtsmarkt gezeigt. Professionell haben sich die Musiker um Gitarrenlehrer Danny Priebe durch mehrere Jahrzehnte Musikgeschichte gespielt. Rock `n` Roll statt Weihnachtsgedudel. Die rockigen Töne standen dem Markt gut zu Gesicht.

Größtes Pfund, mit dem der Sudenburger Markt wuchern kann, ist die Atmosphäre. Der Platz vor der Ambrosiuskirche ist wie gemacht für den Markt. Bereits seit zwei Wochen thront vor der Kirche eine Tanne. Die umliegenden Bäume haben ebenfalls Lichterschmuck abbekommen. Über dem Platz hängt ein Herrnhuter Stern. "Der Advents- und Weihnachtsmarkt ist ein absoluter Höhepunkt", sagte Pfarrer Kontantin Rost. Organisiert wurde die neunte Ausgabe unter anderen von Stadtrat Michael Hoffmann und Ralf Zander.

Eindrucksvoll war auch die Fülle an Programmpunkten, die in den drei Tagen des Sudenburger Weihnachtsmarktes stattfanden. Los ging es mit der spektakulärsten Aktion unter den Magdeburger Märkten. Am Freitag seilte sich vom Kirchturm der Weihnachtsmann ab. Abends wurde dann mit Organisator Michael Hoffmann in der Ambrosiuskirche noch schnell der "Sudenburger des Jahres" geehrt.

Am Sonnabend ging es bunt weiter. So gab es unter anderem weihnachtliche Drehorgelmusik mit Wolfgang Zacharias, ein Krippenspiel-Improvisationstheater mit Marktbesuchern, Turmbläser und dann schließlich rockige Töne mit Kingsong.

Auch kulinarisch spielt der Weihnachtsmarkt in der Spitzengruppe unter den Magdeburger Märkten. Ob Schmalzkuchen, Poffertjes und Crêpes für Liebhaber des Süßen oder Kesselgulasch, Grünkohl und Kassler für die Herzhaften. Es fehlte praktisch an nichts. Lediglich ein bisschen mehr Experimentierfreude bei der kulinarischen Auswahl hätte es vielleicht geben können.

Preislich bewegte sich der Sudenburger Markt auf normalem Niveau. Beispielsweise kostete Glühwein 2 Euro, Kesselgulasch 3,50 Euro. Als Sudenburger Spezialität gab es das Glühbier für 2 Euro.

Der Sudenburger Advents- und Weihnachtsmarkt kann trotz starker Konkurrenz aus anderen Stadtteilen auch in diesem Jahr seine Position in der Spitzengruppe verteidigen.