Magdeburg l Die Magdeburger Polizei hat zwei mutmaßliche Beteiligte eines Tankstellenraubes gefasst. Den beiden wird vorgeworfen, am vergangenen Wochenende eine Tankstelle an der Hermann-Hesse-Straße überfallen zu haben (Volksstimme berichtete). Zu den gefassten Tatverdächtigen gehört auch der 16-jährige Praktikant, der zunächst als Opfer des Überfalls vom Sonnabend galt. Die Identität eines weiteren 28-jährigen Mittäters ist geklärt. Der Mann befindet sich laut Polizei aber noch auf der Flucht.

Was war passiert? Am Sonnabend betraten gegen 21.30 Uhr zwei Männer die Tankstelle und bedrohten einen 16-jährigen Praktikanten, der sich laut Polizei zu diesem Zeitpunkt allein in dem Raum befand, mit Messer und Pistole. Sie forderten die Herausgabe der Tageseinnahmen und flüchteten. Auf ihrem Weg aus der Tankstelle begegneten die beiden Männer einer 23-Jährigen, die gerade ihre Spätschicht antreten sollte. Beide bedrohten die Frau und setzten ihre Flucht mit der Beute fort. Der 24-jährige Tatverdächtige konnte bereits Sonntag durch Spezialkräfte vorläufig festgenommen und verhört werden.

Ein Großteil der Beute sowie weitere Beweismittel konnte die Polizei bei der Hausdurchsuchung des 24-Jährigen sicherstellen. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft wurde der Mann bis zum Beginn der Hauptverhandlung wieder auf freien Fuß gesetzt.

Nun nahm der Fall eine spektakuläre Wendung. Die Polizei vermutet inzwischen, dass der 16-jährige Junge den Tätern möglicherweise Hinweise gab und "die Tat durch sein Verhalten begünstigte". Zu Einzelheiten wollte sich die Polizei "aus ermittlungstaktischen Gründen" nicht äußern.

Auch in der Deutschlandzentrale von Total wollte man sich mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht näher zu dem Fall äußern. Ein Sprecher sagte der Volksstimme lediglich, dass die Tankstellenpächter selbstständige Unternehmer seien, man den Fall auswerten werde. Zudem sei es auch unzulässig, dass ein Praktikant nach 20 Uhr allein in der Tankstelle sei. Nach jetzigem Kenntnisstand gehe man davon aus, dass während des Überfalls noch weitere Mitarbeiter auf der Station waren - nur nicht im Verkaufsraum.