An der Sandbreite und am Lorenzweg entstehen noch im Dezember neue Unterkünfte für Flüchtlinge. Damit kann die Landeshauptstadt kurzfristig den Platzbedarf decken. Doch schon im Januar steht die Verwaltung vor neuen Problemen.

Magdeburg l Wie akut die Platznot ist, verdeutlicht das Beispiel Lorenzweg. Dort soll noch bis Ende des Jahres eine Unterkunft für Flüchtlinge in der Nähe des ehemaligen Berufsschulkomplexes entstehen, vorerst für 54 Personen. Zwischen der Besichtigung und dem Startschuss lagen gerade einmal 14 Tage. Auch in der Sandbreite in Buckau sollen bis Ende des Jahres noch 74 Flüchtlinge einziehen.

Das hat die Stadtverwaltung am Mittwoch bekanntgegeben. "Unsere bisherigen Unterkünfte sind ausgelastet, die Landeshauptstadt kann der Aufnahmeverpflichtung derzeit nicht vollständig nachkommen", sagte die Sozialbeigeordnete Simone Borris. Eigentlich sollte Magdeburg im Dezember laut Zuweisung 160 Flüchtlinge aufnehmen. Doch dieses Ziel werde man nicht erreichen. "Das müssen wir in den Januar schieben", sagte Borris. Heißt: Zu den 90 erwarteten Flüchtlingen im Januar kommen die vom Dezember hinzu.

Bei der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber Sachsen-Anhalt in Halberstadt habe man daher um eine Fristaufschiebung gebeten. Die Aufnahmestelle verteilt die Flüchtlinge nach einem speziellen Schlüssel im Land.

Doch Probleme gibt es an mehreren Stellen. So werden etwa die Häuser an der Sandbreite und am Lorenzweg derzeit ausgerüstet. Die Feuerwehr muss hier mit Feldliegen aushelfen. Grund sind Lieferschwierigkeiten für Betten. Die Landeshauptstadt arbeitet mit mehreren Ausstattern zusammen. Alle haben aufgrund der großen Nachfrage mit Lieferproblemen zu kämpfen. "Da müssen wir kurzfristig auf Feldbetten zurückgreifen", sagte Borris.

Das Objekt am Lorenzweg soll zunächst als Übergangsvariante in Betrieb genommen werden. Perspektivisch sollen hier aber wahrscheinlich weitere Flüchtlinge unterkommen. "Wir schauen genau, wie wir die Menschen verteilen. Es ist beispielsweise nicht möglich, einen einzelnen Mann gemeinsam mit einer Familie unterzubringen. Auch auf die unterschiedlichen Nationalitäten müssen wir Rücksicht nehmen", sagte Lars Epping, Leitender Sozialarbeiter in der Abteilung Zuwanderung.

In Magdeburg leben derzeit 1148 Asylbewerber und Flüchtlinge. Davon 589 in Gemeinschaftsunterkünften, 559 in Wohnungen. Im kommenden Jahr rechnet Magdeburg mit Kosten in Höhe von elf Millionen Euro. Im Rathaus geht man davon aus, dass Land und Bund das finanzieren werden. Nach aktueller Kalkulation fehlen der Stadt aber noch 5,4 Millionen Euro für die Unterbringung im Jahr 2015.

 

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