Etwas später als in den anderen Jahren hat gestern der Landesbauminister die Bewilligungen zur Städtebauförderung für Magdeburg übergeben. Ein großer Brocken fließt in die weitere Modernisierung des Klosters Unser Lieben Frauen.

Magdeburg l Ohne Fördermittel läuft nichts - daran hat Oberbürgermeister Lutz Trümper gestern keinen Zweifel gelassen, als er einen Stapel von 13 Fördermittelbescheiden vom sachsen-anhaltischen Bau- und Verkehrsminister Thomas Webel im Alten Rathaus entgegennahm. "Ohne den Einsatz der Städtebauförderprogramme wäre die bisherige Stadtentwicklung nicht so erfolgreich gelaufen. Deshalb werden die Mittel auch in Zukunft einen wesentlichen Betrag zur Fortentwicklung der Landeshauptstadt leisten", so Lutz Trümper.

Geld fließt in verschiedene Gebiete Magdeburgs

In diesem Jahr geht es um eine Summe von 8,2 Millionen Euro, die für eine Reihe von Vorhaben in Magdeburg in den kommenden Jahren genutzt wird (siehe Infokasten). Fördergelder fließen dabei ebenso in die zentralen Stadtteile Altstadt und Stadtfeld als auch in Gebiete im Norden, Süden und Südosten der Landeshauptstadt.

Einrichtungen profitieren ebenso wie der Wegebau

Ein großer Brocken aus dem Paket, in dem die Gelder aus mehreren Töpfen zusammenfließen, ist die weitere Sanierung des Klosters Unser Lieben Frauen. Nachdem in den vergangenen Jahren die Besucherbereiche auf den neuesten Stand gebracht worden sind, steht in den kommenden Jahren die Sanierung des Bibliotheksflügels im Osten des Komplexes auf dem Programm. In diesem befindet sich unter anderem die Verwaltung des Magdeburger Kunstmuseums.

Neben solch großen Projekten sollen aber auch kleinere Vorhaben in unterschiedlichen Einrichtungen vom Fördersegen von Land und Bund profitieren. Unter anderem wird so in die Ausstattung von sozialen Einrichtungen, in das Stadtteilmanagement im Südosten, in den Schroteradweg und in das Gröninger Bad investiert.

Die Laufzeit über mehrere Jahre entspricht der Praxis aus der Vergangenheit, mit der sichergestelllt wird, dass die Arbeiten an einem Vorhaben nicht innerhalb eines kurzen Zeitraums abgearbeitet werden müssen. Die Folge davon ist, dass derzeit noch Projekte abgearbeitet werden können, die bereits in den vergangenen Jahren mit Förderbescheiden ermöglicht worden sind.

Den Hinweis von CDU-Stadtrat Frank Schuster, dass die Förderung für den Denkmalschutz zugunsten anderer städtebaulicher Fördermittel zurückgegangen sei, wollten weder der Oberbürgermeister noch der Bauminister so stehen lassen. Lutz Trümper erwiderte beispielsweise: "Als ein großes Projekt haben wir in den vergangenen Jahren so die Gestaltung des Domplatzes umgesetzt."

Insgesamt wird der Städtebau in Magdeburg seit Jahren konstant mit jeweils acht bis zehn Millionen unterstützt.

Städtebau für den demografischen Wandel

Wie der Bauminister sagte, beantragen die Kommunen in Sachsen-Anhalt übrigens achtmal so viel an Fördermitteln, wie von Bund und Land zur Verfügung gestellt wird. Thomas Webel sagt: "Das Land schafft mit der Förderung eine wichtige Voraussetzung dafür, dass dem demografischen Wandel in Magdeburg auch künftig offensiv Rechnung getragen werden kann." Um Fördermittel nutzen zu können, sei ein ordnungsgemäßer Haushalt Voraussetzung, mahnte der Minister mit Blick auf andere Kommunen an.