Magdeburg l Auch am Tag nach dem Buttersäure-Anschlag riecht der Durchgang des Mehrfamilienhauses an der Coquistraße noch streng. An den Wänden kann man den Rest der Buttersäure noch sehen. Fünf Liter der übel riechenden Flüssigkeit wurden hier versprüht.

Mehrere Einsatzkräfte der Feuerwehr hatten die Straße am frühen Mittwochabend abgeriegelt. Die Bewohner mussten das Haus verlassen. In der Zwischenzeit neutralisierten die Feuerwehrmänner die Flüssigkeit. Verletzt wurde bei dem Anschlag niemand. Die Täter blieben unerkannt.

Die Hintergründe der Tat gelten als nebulös. Nach Informationen der Volksstimme gehen die Ermittler auch Spuren ins Rotlichtmilieu nach. Laut Anwohnern soll sich in dem Haus in einer Wohnung auch ein Etablissement befinden. Ob das etwas mit dem Anschlag zu tun haben könnte, ist unklar. Telefonisch war die Hausverwaltung am gestrigen Mittwoch für die Volksstimme nicht zu erreichen.

Buttersäure-Attacken kamen in Magdeburg zuletzt in unregelmäßigen Abständen vor. So hatten unbekannte Täter im Oktober auf eine Tankstelle in der Olvenstedter Straße einen Anschlag mit Buttersäure verübt. Auch vor einem Geschäft an der Großen Münzstraße, einem Mehrfamilienhaus an der Agnetenstraße und auf ein Friseurgeschäft an der Großen Diesdorfer Straße gab es solche Anschläge. Die Motive bleiben oft im Unklaren. Im Fall der Coqui-straße ermittelt die Kriminalpolizei nun wegen gefährlicher Körperverletzung.