Magdeburg l In dem Fall des Tankstellen-Raubes vom vergangenen Wochenende sind neue Fakten aufgetaucht. Nach einem Sprecher des Total-Konzerns äußerte sich nun auch die Tankstellen-Chefin gegenüber der Volksstimme. Allerdings möchte die Unternehmerin nicht namentlich genannt werden. Sie versicherte, dass der Praktikant zum Zeitpunkt des Überfalls nicht allein in der Tankstelle gewesen sei, sie den Jugendschutz eingehalten habe und die konzerneigenen Richtlinien beachte.

Zum Hintergrund: Am vergangenen Wochenende war eine Tankstelle an der Hermann-Hesse-Straße von zwei Männern (24 und 28 Jahre) überfallen worden. Zum Zeitpunkt des Überfalls soll sich der 16-jährige Praktikant allein in dem Verkaufsraum befunden haben. Wo sich die anderen Mitarbeiter aufhielten, sei noch nicht abschließend geklärt. War die Polizei anfangs noch davon ausgegangen, dass es sich bei dem jungen Mann um ein Opfer handelt, vermuten die Ermittler mittlerweile eine Mittäterschaft des Praktikanten.

Der 24-jährige Täter konnte bereits am vergangenen Wochenende von Spezialkräften in seiner Wohnung gestellt werden. Die Polizei konnte einen Teil der Beute sicherstellen. Die Identität des 28-jährigen Mittäters soll bekannt sein. Er konnte aber noch nicht gefasst werden.

Nach Informationen der Volksstimmne arbeitete der 16-jährige Praktikant in einer unterstützenden Maßnahme. Diese "Einstiegsqualifizierung" ist für Jugendliche gedacht, die im ersten Auswahlverfahren keine Lehrstelle für sich finden konnten. Die Tankstelle soll in diesem Bereich seit Jahren mit dem Jobcenter Magdeburg zusammenarbeiten. Laut Jugendschutzgesetz dürfen Praktikanten über 16 Jahre in einem Mehrschichtbetrieb bis 23 Uhr arbeiten. Die Tankstelle ist so ein Mehrschichtbetrieb. Der Überfall ereignete sich laut Polizei gegen 21.30 Uhr.

Zu dem Vorfall selbst wollte sich bei Total und bei der Tankstelle unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen niemand äußern.