Magdeburg l Der demografische Wandel, also die Veränderung der Altersstruktur in einer Gesellschaft (zum Beispiel in Magdeburg), ist unumstritten, er hat längst begonnen. Es wird zukünftig deutlich mehr ältere Menschen geben, durch die geburtenschwachen Jahrgänge nach 1990 wird auch Magdeburg bis ins nächste Jahrhundert hinein eine bedeutende Bevölkerungslücke vor sich herschleppen. Für die Stadtplaner ist das ein großes Problem. Um für die Zukunft planen und investieren zu können, müssen sie wissen für wie viel Bürger überhaupt und welche Bedürfnisse im öffentlichen Leben die Bevölkerung hat. Ersteres ist relativ einfach: Man braucht nur zu zählen und hochzurechnen. Bei den Bedürfnissen wird es schon deutlich schwieriger. Die muss man "erfragen".

Das macht die Stadt seit April 2012 mit einem sogenannten "Panel", das ist eine Umfrage zu den sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen der Magdeburger. Wichtig: Es werden über mehrere Jahre hinweg immer die gleichen Leute befragt. Rund 1200 sind es in Magdeburg. Die sechste Befragungswelle läuft gegenwärtig, über die dritte und vierte Welle hat die Stadt jetzt eine Broschüre vorgelegt. Und darin sind viele interessante Daten zu finden. Hier einige Ausschnitte.

Wohnen: Die Altstadt führt die Liste der zehn beliebtesten Stadtteile von Magdeburg an, auf Platz zwei liegt Stadtfeld-Ost gefolgt von Stadtfeld-West. Am unbeliebtesten sind Neu-Olvenstedt und Westerhüsen. Bei der Wahl einer neuen Wohnung ist für die Magdeburger die Nähe zu Bus und Bahn sehr wichtig, Einkaufsmöglichkeiten, Natur und der Arbeitsplatz in der Nähe sind wichtig, dagegen ist eine Nähe zur Elbe weniger wichtig. Und je älter die Befragten sind, desto wichtiger ist eine Nähe zu medizinischen Einrichtungen. 82 Prozent der Magdeburger wollen auf jeden Fall in der Stadt wohnen bleiben, 18 Prozent können sich vorstellen, innerhalb der kommenden drei Jahre wegzuziehen. Hauptgründe dafür sind, überhaupt einen oder einen neuen Arbeitsplatz zu finden oder mehr zu verdienen.

Sicherheit: 73,66 Prozent der Magdeburgerinnen fühlen sich auf den Straßen der Stadt sicher, bei den Männern sind es 80,76 Prozent. In den Parks fühlen sich 61,34 Prozent der Frauen und 67,49 Prozent der Männer sicher. Anders ist es dagegen bei Bus und Straßenbahn in der Nacht. 65,31 Prozent der Frauen fühlen sich dann unsicher und 56,90 der Männer. Um das Sicherheitsgefühl zu erhöhen, ist für die allermeisten Magdeburger eine aufmerksame Nachbarschaft wichtig. Bei der Frage nach mehr Polizeipräsenz unterscheiden sich dagegen die Altersgruppen. 59,02 Prozent der unter 25-Jährigen wünschen sich mehr Polizeipräsenz im öffentlichen Raum. Je älter die Befragten sind, desto größer wird dieser Wunsch. Bei den 45- bis 54-Jährigen liegt er beispielsweise bei 81,63 Prozent und bei den über 64-Jährigen sogar bei 92,72 Prozent. Für mehr Video-Überwachung im öffentlichen Raum sprachen sich 40,83 Prozent der unter 25-Jährigen aus, bei den über 64-Jährigen sind es 78,43 Prozent.

Zufriedenheit: Bei diesem Thema konnten die Befragten zu verschiedenen Aspekten Noten von 1 (sehr zufrieden) bis 6 (vollkommen unzufrieden) vergeben. In Sachen Bürgereinbindung/Bürgerbeteiligung vergaben die meisten Befragten die Note 3. Den Bürgerservice benoteten die meisten mit 2, so auch das Waren- und Dienstleistungsangebot in Magdeburg. Das Angebot an Parks und Grünanlagen wurde meistens mit 1 und 2 bewertet, ebenso auch die Einkaufsmöglichkeiten. Mit nur einer 3 benoteten die meisten Magdeburger Sauberkeit auf Straßen und Plätzen. Zu den Angeboten an Beratungsstellen, Seniorentreffs, Nachbarschaftstreffs, Freizeitangeboten für junge Menschen und Kinderbetreuungsangeboten konnten die meisten Magdeburger keine Angaben machen und vergaben darum auch keine Noten. Wichtig: Beim Thema Zufriedenheit wurden in allen Bereichen nur ganz selten "Sechsen" vergeben.

Das komplette Bürgerpanel ist hier zu finden.