Magdeburg l Eine 100 Meter lange Schlange und Wartezeiten bis zu einer Stunde musste manch einer am Sonntag erdulden, um den "Advent im Ravelin" besuchen zu können. Mit solch einem Ansturm hatte niemand gerechnet, am allerwenigsten Rüdiger Stefanek, Vorsitzender des Sanierungsvereins "Ravelin 2".

"Das hätten wir nie zu träumen gewagt", sagt er einen Tag später, als er die Aufräumarbeiten kurz unterbricht. Wie schon bei der Vorbereitung der Benefizaktion sind auch dabei wieder viele ehrenamtliche Helfer im Einsatz. "Das muss man einmal herausstellen, dass wir das alles zu 100 Prozent im Ehrenamt machen", sagt er und richtet seinen Dank an alle Mitwirkenden. Auch die Musikkünstler seien ohne Gage aufgetreten, um die gute Sache zu unterstützen.

Denn beim "Advent im Ravelin" handelte es sich nicht um einen weiteren "normalen" Weihnachtsmarkt, wie Stefanek betont, sondern eben um eine Benefizaktion mit weihnachtlichem Flair zugunsten des Erhalts der alten Anlagen an der Maybachstraße. Veranstaltungen wie die am Sonntag sollen über kurz oder lang öfter stattfinden.

"Klar werden Rufe laut wie `Macht doch ein Osterfeuer oder ein Sommerkino`", sagt Stefanek. Doch will man die Sache langsam angehen: "Wir müssen erst etwas schaffen." Wichtigste Aufgabe wird es daher zunächst sein, das Areal mit Strom und Wasser zu erschließen und wenigstens eine Sanitäranlage einzurichten, so Rüdiger Stefanek.

Dadurch, dass am Sonntag knapp 3000 Menschen die Idee des Vereins kennengelernt haben, sei aber ein wichtiger Schritt getan. Denn neben den eingenommenen Spendengeldern sei der "überwältigende" Zuspruch das Beste gewesen. "All die Leute, die das Gelände mit guter Laune und leuch-tenden Augen verlassen haben, haben gesehen: Da ist etwas am Werden", sagt der Vereinschef. Das sei unbezahlbar und ein deutliches Zeichen für die Stadt und auch Sponsoren: "Hier lohnt es sich zu investieren."

Der Sanierungsverein möchte das sogenannte Ravelin, als Wallschild Teil der Festung Magdeburg, wieder instand setzen und für kulturelle Veranstaltungen nutzbar machen. Derzeit bereitet die Stadt einen Vertrag vor, mit dem sie das Gelände dem Verein zur Nutzung überlässt.

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