Magdeburg l Mit Heiligabend beginnt die Weihnachtszeit - für den Handel ist das Weihnachtsgeschäft damit aber vorbei. Jetzt beginnt das Nachweihnachtsgeschäft - in der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt ebenso wie in anderen Teilen Deutschlands.

Der Grund für dieses Geschäft nach dem Fest: Zu verzeichnen sei ein Trend zum Gutschein, so Rolf Lay. "Nun hoffen natürlich alle Händler, dass die Beschenkten diese schnell gegen Waren eintauschen", sagt der Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Magdeburg, der auch das Karstadt-Warenhaus in der Landeshauptstadt leitet. Besonders empfänglich seien Kunden nach dem Weihnachtsgeschäft für preisgesenkte Angebote, so der Experte von der IHK.

Margaret Stange-Gläsener vom Allee-Center sagt: "Es ist im Übrigen ja nicht nur für die Kunden sehr viel entspannter, wenn sie sich mit einem Gutschein etwas Passendes holen können, als wenn im Nachhinein Dinge umgetauscht werden müssen." Einmal davon abgesehen, dass dies einen erheblichen Mehraufwand für alle Beteiligten bedeutet - ein Anrecht auf Umtausch wegen Nichtgefallens gibt es nicht. Wenn weihnachtliche Fehlkäufe umgetauscht werden können, dann sei dies allein eine Kulanz seitens der Händler. Auf eine Warengruppe, die nach Heiligabend mehr gefragt sei, möchte sich die Centermanagerin nicht festlegen: "Eine Spielkonsole ist ja nicht weniger attraktiv, nur weil die Bescherung vorbei ist."

Guido Reuter vom City Carré sagt: "Jetzt ist es tatsächlich kälter geworden, so dass wohl die vielen Geldgeschenke und Gutscheine für Textilien und Schuhe eingelöst werden." Dass es winterliche Bekleidung angesichts von frühlingshaften Temperaturen bisher nicht einfach hatte - darüber ist sich der Center-Manager mit den meisten seiner Kollegen einig. Ein solches Kaufverhalten entspricht aber auch den langjährigen Erfahrungen im Handel.

Jörn Friedrichsen meint: "Aufgrund der vielen Gutscheinkäufe kann man davon ausgehen, dass die Warengruppen Kaffeevollautomaten, CDs, Bücher und Parfums auch nach Weihnachten eine starke Nachfrage erleben werden."