Magdeburg l Rolf Lay ist nicht allein der Magdeburger Leiter des Karstadt-Warenhauses - als Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer hat er den gesamten Handel im Blick. Er sagt: "Im Großen und Ganzen ist die Besucherfrequenz gleich geblieben." Das betreffe die großen Einkaufszentren in der Stadt ebenso wie die kleinen Geschäfte. "Der Unterschied besteht darin, dass die Besucher die Angebote der inhabergeführten kleineren Geschäfte gezielt aufsuchen und in die großen Einrichtungen auch zum Bummeln kommen."

Als sehr hilfreich für die Stadt Magdeburg habe sich der Weihnachtsmarkt erwiesen. Dieser lockt viele Menschen von außerhalb in die Landeshauptstadt, welche ihren Besuch gern mit den Weihnachtsgeschäften verbinden. Gerade die Eröffnungsfeier und die Sonnabende seien starke Magneten für das Publikum gewesen.

Jörn Friedrichsen, Centermanager des Floraparks, setzt wie die anderen Einrichtungen aber auch auf eigene Akzente mit einem täglich wechselnden Programm. Höhepunkte waren unter anderem die Darbietungen der Magdeburger Ballettschule Semenchukov mit "Chopiniana" und "Bilder einer Ausstellung". Viel Freude habe den Besuchern bereitet, als der Weihnachtsmann am vierten Advent Kinderwünsche erfüllt hat. Es gab zudem eine Himmelsbäckerei, eine Bastelstraße und ein weihnachtliches Kino für Kinder. Neben seinem Weihnachtsprogramm versucht der Florapark mit seinen kostenlosen Parkplätzen zu punkten. Zumindest beim Weihnachtsgeschäft scheint dies gelungen: "Die Mietpartner haben teilweise erhebliche Umsatzsteigerungen zum Vorjahr verzeichnen können und blicken auf eine verkaufsstarke Weihnachtszeit zurück", berichtet der Center-Manager.

Strategien gegen die Konkurrenz im Internet

Margaret Stange-Gläsener ist Center-Managerin des Allee-Centers und spricht von einem im Vergleich zum Vorjahr gleich hohen Besucherstrom. Sie sagt: "Damit sind wir durchaus zufrieden, zumal der Internet-Handel den stationären Handel vor neue Herausforderungen stellt." Reagiert hat ihr Haus mit einer Erweiterung des individuellen Services. "Unsere Mitarbeiter haben die Gäste des Allee-Centers persönlich angesprochen und haben versucht, weiterzuhelfen." Dies, so gibt sich die Center-Managerin überzeugt, sei per Formular im Internet kaum möglich, ebenso wenig wie die individuelle Verpackung von Geschenken. Für Magdeburg mit einem sehr großen Einzugsgebiet von Altmark bis Harz sei es besonders wichtig, die Menschen davon zu überzeugen, dass der Weg zum Einzelhändler lohnt.

Zu punkten sucht das Allee-Center auch mit seinem Familienprogramm zu Weihnachten. 3000 Kinder haben beispielsweise am Weihnachtsbasteln teilgenommen - hier waren die Termine ausgebucht. Lokale Künstler traten auf und es gab eine Weihnachtsbäckerei. Die Center-Managerin sagt: "Mir persönlich hat die Ankunft des Weihnachtsmanns in der Kutsche am besten gefallen - da waren die Kinder begeistert."

Geschenkekauf rückt an die Feiertage heran

Guido Reuter ist Center-Manager des City Carrés. Er prognostiziert: "Insgesamt werden wir mit etwa 650 000 Besuchern im Dezember wieder auf dem Niveau des Vorjahres liegen." Die Zahlen der Einkäufer lagen dabei in der ersten Monatshälfte zwar unter denen der Vorjahre - stiegen dann aber sprunghaft an. "Das bedeutet, dass die Kunden immer später ihre Geschenke kaufen und die richtige Weihnachtsfrequenz nicht wie früher schon Ende November zu spüren ist, sondern jetzt erst Mitte Dezember", schlussfolgert der Manager.

Für weihnachtliche Stimmung sorgte im City Carré neben dem markanten Weihnachtsbaum und Weihnachtsmarktständen mit typischen Angeboten zum zweiten Mal ein Marionettentheater. Rund 1200 Kinder schauten sich die Vorstellungen an - mehr als bei der Premiere 2013. Nicht so gut angenommen wurde die Nikolausstiefelaktion - statt 500 wurden diesmal nur 200 Stiefel an der Information abgegeben, um sie gefüllt wieder abzuholen. Guido Reuter blickt auch schon einmal ins kommende Jahr: Wieder aufgelegt werde auf jeden Fall auch das Marionettentheater. Und im kommenden Jahr sollten ein Glühwein- und Bratwurststand sowie weitere zwei bis drei weihnachtliche Angebote vor dem Haus mit von der Partie sein.

Freude für Firmen am Geschenke-Shop

Mareike Götze ist Sprecherin von Edeka - dem Betreiber des Bördeparks im Süden der Landeshauptstadt. Sie berichtet: "Kurz vor Weihnachten nimmt die Anzahl der Kunden zu. Da es dieses Jahr zwei volle Werktage vor den Feiertagen gibt, verteilten sich die Masse gut." Am Montagmorgen hatte sich vor der Öffnung des Marktes dennoch eine Schlange gebildet. Der Geschenkeshop ist in dem Einkaufscenter an der Salbker Chaussee dieses Jahr sehr gut angenommen worden. "Hier werden die gekauften Waren wunderschön verpackt. Diesen Service nutzen auch immer mehr Firmen, die Geschenke für ihre Mitarbeiter fertig verpackt bestellen", berichtet Mareike Götze. Als Höhepunkt im Weihnachtsprogramm nennt sie die Knusperhaus-Aktion am 3. Dezember. Unter der Anleitung von Schäfer`s-Auszubildenden konnten Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren kleine essbare Meisterwerke erstellen.

Einig sind sich die befragten Vertreter des Handels übrigens über die Renner rund um das Fest: Neben modischen Accessoires, Düften, Büchern, Heim- und Unterhaltungselektronik waren Frischeprodukte gefragt. Und je nach Sortiment gab es ortsspezifische Renner wie die Geschenkebox des Cinemaxx-Kinos im City Carré.