Das Existenzgründerinnen- Projekt "juEx - junge Existenzgründerinnen in Sachsen- Anhalt" unterstützt Frauen bei ihrem Schritt in die Selbstständigkeit. Innerhalb von fünf Jahren haben mehr als 80 Sachsen- Anhalterinnen ein Unternehmen mit Hilfe von "juEx" auf die Beine gestellt.

Initiiert wurde das Projekt vom Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt. Es wird mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Ministeriums für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt gefördert.

Die Teilnahme ist kostenlos. "Wir bieten Gründerinnen Coachings und speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Seminare an. Wer vom großen juEx-Netzwerk profitieren möchte, sollte unbedingt mit uns in Kontakt treten, sagt Projektmitarbeiterin Frauke Wieland.

Kontakt: juEx – junge Existenzgründerinnen im Handwerk, Sozial- und Gesundheitsbereich, Halberstädter Straße 45,
39112 Magdeburg;
Telefon: 0391/62 72 85 31, Fax: 610 835 34
Internet: www.juex-lfr.de

Magdeburg l Ein Unternehmen gründen? Allein? Mit 52 Jahren? Vor dieser schwierigen Entscheidung stand Heike Hoffmann aus Magdeburg. Sie ging in sich - und traf einen Entschluss: genau das zu tun, wofür sie brennt. Heike Hoffmann machte sich selbstständig. Und dabei war sie nicht allein - sie bekam professionelle Hilfe von Gründungsexpertinnen des juEx-Projektes Zufrieden schaut sie durch ihre elegante Brille, die blonden Haare mit modernem Schnitt. Heike Hoffmann legt Wert auf Stil. Den hat sie - und den braucht sie. Als Maklerin, wenn es darum geht, Häusern, die zum Verkauf stehen, den letzten Schliff zu geben.

Ein Bericht im Fernsehen hatte sie gepackt - und wenig später stand für sie fest: Das ist genau das, was sie suchte. "Wenn nicht jetzt, dann nie!", sagte sie sich - und das war der Anfang vom Neuanfang, sagt Heike Hoffmann heute.

Nach einem Berufsleben als Angestellte, im Außendienst, in dem sie Tag für Tag Hunderte Kilometer quer durch Deutschland zurücklegen musste, fiel ihr Entschluss schnell. Ein Einschnitt, zweifellos. Doch bereut hat sie ihn nicht. Zunächst war Klinkenputzen angesagt, sagt sie - klar, sich bekannt machen, die eigenen Fähigkeiten erkennen und damit werben. Unterstützung bekam die Unternehmerin vom Gründerinnenprojekt "juEx" (siehe Infokasten). "Es ist schön und es macht auch ein bisschen stolz zu sehen, was im Laufe der Jahre aus unseren Teilnehmerinnen geworden ist", sagt juEx-Mitarbeiterin Bianca Röthig. Die meisten der Teilnehmerinnen begleite sie bis heute. Unter diesen sind Inhaber kleiner Geschäfte, Werkstätten, Ateliers oder Agenturen.

Agenturen, wie sie zum Beispiel Melanie Braune betreibt. "Zunächst habe ich mein Geld nur mit Büro-Organisation für kleine Unternehmen verdient", sagt die 38-Jährige. Ordnung in den Papierkram bringen, das liege ihr. Inzwischen schnuppert Melanie Braune aber auch regelmäßig den Duft der bunten Show-Welt: Superstar Helene Fischer, Musik-Legende Roland Kaiser - Melanie Braune ist professioneller Partner wenn es darum geht, Konzerte zu veranstalten, Sicherheitsfragen bei Großveranstaltungen zu klären. Oder sie kümmert sich ums Merchandising der Stars, damit Fans auch tatsächlich zugreifen, wenn am Rande eines Konzerts CDs, T-Shirts und andere Fanartikel angeboten werden. "Ich habe gemerkt, dass das Empfehlungsmarketing das A und O ist, wenn es darum geht, sein Unternehmen und seine Angebote bekannt zu machen. Auf die Netzwerk-Unterstützung von \'juEx` hätte ich nur sehr schwer verzichten können." Inzwischen denkt die Unternehmerin darüber nach, Mitarbeiter einzustellen.

Dieses Ziel hat Anja Uebe vorerst noch nicht. "Ich wollte schon immer mein eigener Herr sein", erklärt sie, lässt ihren Blick über ihren Deko-Laden in Stadtfeld streifen. "Ich bin glücklich mit meinem neuen Leben als Unternehmerin", sagt sie, geht zu einem Regal und rückt die Accessoires zurecht. Vasen, Bilder, liebevoll gestaltete Kunstwerke, Spielzeug, ja sogar kleine Möbel, alles persönlich ausgewählt. Sonnenlicht fällt durch die großen Fenster in das helle Ladengeschäft. "Das Projekt hat mir einfach Schwung gegeben", resümiert die 42-Jährige. "Wenn man den ganzen Tag in seinem Lädchen steht, ohne nach links und rechts zu gucken, bekommt man einen Tunnelblick. Und das ist genau das Gegenteil von dem, was man als Unternehmerin braucht."

 

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