Magdeburg l "Unsere Acht-Stunden-Schicht wird hier wohl kaum reichen", schätzt Robert Ehrenbrecht mit Blick auf das mittelschwere Müllchaos. Vom Fahrerhaus seiner Großkehrmaschine aus kann er es gut überblicken. Mit dem Fahrzeug dreht er am Hasselbachplatz Runde um Runde. Hier haben wieder Tausende Partyhungrige die Silvesternacht gefeiert und ein Müllfeld hinterlassen.

Ehrenbrecht, 28 Jahre jung und davon gut zehn Jahre bei der städtischen Straßenreinigung, ist in dieser Zeit schon allerhand vor den Besen gekommen. "Silvester ist es aber am heftigsten", sagt er. Ein Satz, den die meisten seiner Kollegen sofort unterschreiben würden. An diesem Neujahrsmorgen 2015 sind die Aufräumer seit 8 Uhr auf dem "Hassel", Domplatz, Alten Markt, dem Bahnhofsvorplatz und den Elbbrücken unterwegs für den großen Kehraus nach einer böllerreichen Silvesternacht.

Häufig muss per Hand aufgesammelt werden, weil die Maschinen bei den immer größer werdenden Feuerwerksbatterien passen. "Sie können sie nicht aufnehmen, weil der Schacht zu klein ist", berichtet Ehrenbrecht. Auch die Raketenstäbe verfangen sich häufig im Aufnahmeschacht. Kurzum: Neujahrsputz bedeutet viel Handarbeit. Kaputte Flaschen, Folienverpackungen, Raketen- und Böllerreste, Pappzeug liegen wild durcheinander: "Das eignet sich nicht zum Recyceln", erklärt Einsatzleiter Harry Siebert. Deshalb kommt der Straßen-Silvestermüll in extra herbeigeschaffte Container und heute zur Verbrennung ins Müllheizkraftwerk. Am Ende sind es erneut um die 10 Tonnen, die die Saubermänner vom Abfallwirtschaftsbetrieb am Neujahrstag einsammeln. Und obwohl es für sie ein besonders arbeitsreicher Einsatz ist, macht er ihnen Spaß. Sonnenschein, Plusgrade und kein störender Schnee an diesem 1. Januar 2015. "Das ist ideal für uns zum Kehren", sagt Robert Ehrenbrecht und verschwindet schon wieder hinterm Steuerpult seiner Kehrmaschine.

   

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