Magdeburg l Wie schwierig die Suche nach einem Brandstifter sein kann, erfährt gerade die Ermittlungsgruppe "Olvenstedt". Obwohl wahrscheinlich derselbe Täter innerhalb weniger Wochen achtzehn Autos anzündete, hat die Polizei bisher nur wenige Hinweise auf einen Täter. Man könne nicht einmal sagen, ob es sich um ein und denselben Täter handelt, sagt Polizeirat Martin Wiechmann.

"Es gibt Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen Bränden. Eine Handschrift können wir aber noch nicht erkennen", sagt er. Und diese Gemeinsamkeiten sehen so aus: Alle Autos brannten in Neu-Olvenstedt und Nordwest, wurden auf ähnliche Weise zwischen 1 und 2 Uhr angesteckt. "Um die Taten einem Täter zuordnen zu können, müssen diese Beweise vor Gericht Bestand haben. Das ist sehr schwierig", sagt Polizeirat Wiechmann. Heißt: Die Beweise müssen wasserdicht sein.

Auch die Volksstimme erreichen immer wieder Leserkommentare und -briefe, in denen gefragt wird, ob man denn nichts tun könne und warum der Täter nicht endlich gefasst werde. "Unsere vierköpfige Ermittlungsgruppe beschäftigt sich ausschließlich mit diesen Bränden. Wir prüfen beispielsweise ähnliche Fälle in der Vergangenheit und schauen, ob es möglicherweise einen Zusammenhang gibt, kontrollieren auffällige Personen oder überprüfen das Alibi bekannter Brandstifter", sagt Wiechmann. Geprüft werden auch Fälle außerhalb von Magdeburg. So hat es etwa Weihnachten einen Autobrand in Stendal gegeben. Auch dort vermuten die Ermittler Brandstiftung.

Ähnliche Serien in Berlin gingen über Monate und Jahre.Bei einer Serie hatte ein einzelner Brandstifter etwa 100 Autos angezündet und war der Polizei immer wieder entwischt. Legt man all die bekannten Fälle, bei denen ein Täter gefasst werden konnte, übereinander, dann war der Täter männlich, arbeitslos, mittelalt. Fall-Psychologen stellten außerdem die These auf, dass Brandstifter in ihrer Tat auch eine Art Ersatzbefriedigung suchen, dabei sogar sexuelle Befriedigung empfinden können. Auffällig bei Brandserien ist auch, dass die Taten immer dreister werden. Das war auch zuletzt in Magdeburg der Fall. Beim letzten Brand am Carl-Krayl-Ring war die Feuerwehr gerade mit den Löscharbeiten beschäftigt, als 500 Meter weiter am Rosengrund das nächste Auto angesteckt wurde.

Trotz Dutzender Feuerwehrleute und Polizisten wurde noch kein Verdächtiger gefasst. "Die Taten fanden alle zwischen Mitternacht und 3 Uhr statt. Das sind leider auch die \'Stunden der toten Augen\', in denen es wenig Zeugen gibt. Kurz: Wir brauchen verwertbare Spuren. Gibt es die nicht, sind wir leider abhängig vom Täterhandeln. Finden wir doch Spuren, vergleichen wir die auch mit der Datenbank des BKA", sagt Wiechmann.

Bei der Magdeburger Polizei überlegt man inzwischen, möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt einen Fallanalytiker hinzuzuziehen oder die Ermittlungsgruppe personell aufzustocken, um den Täter dingfest zu machen.

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