Die Sternsinger der St.-Sebastians-Gemeinde waren in den vergangenen Tagen im Süden der Stadt unterwegs. Ihre Mission: den Jahressegen überbringen und Geld sammeln.

Buckau/Reform l Sie schlüpfen noch einmal in ihre Kostüme, die Reihenfolge der Lieder wird besprochen, Vikar Christian Kobert und Gemeindereferentin Schwester Teresa gucken, ob alles richtig sitzt, dann kann es losgehen: der Drei-Königs-Gottesdienst in der Kathedrale St. Sebastian. Für die rund 30 Sternsinger-Kinder ist es der Höhepunkt der diesjährigen Sternsinger-Aktion der Katholischen Kirche.

Seit dem 2. Januar waren die Sternsinger der Gemeinden der St.-Sebastians-Kirche unterwegs, um Gottes Segen in die Häuser zu bringen und auch um Geld zu sammeln. Denn die Sternsinger sind im Auftrag des Kinderhilfswerks der Katholischen Kirche unterwegs.

In Gruppen von vier bis zehn Kindern und Jugendlichen machen sich die Sternsinger auf den Weg, in diesem Jahr wird speziell für hilfsbedürftige Kinder auf den Philippinen gesammelt. "50 bis 60 Haushalte oder Einrichtungen besuchen die Kinder und Jugendlichen während einer Sammelaktion", sagt Gemeindevikar Kobert. Das sei durchaus schon eine Herausforderung. Die Gemeindemitglieder können sich vor Weihnachten in den katholischen Kirchen der Stadt in Listen eintragen lassen, die dann von den Sternsingern "abgearbeitet" werden.

Jedes Haus bekommt dann den Jahressegen 20*C+M+B+15. Die Buchstaben stehen für "Christus mansionem benedicat" (Christus segne dieses Haus), der Stern für den "Stern von Betlehem", die drei Kreuze für den Dreifaltigen Gott und die Zahlen links und rechts für das Jahr 2015. Die Kinder sagen Gedichte auf und singen ein bis zwei Lieder - und wollen so die Herzen der Menschen für eine Spende öffnen. "Bei jeder Sternsinger-Aktion kommen in unseren Gemeinden mehrere Tausend Euro für das Kinderhilfswerk zusammen", so Kobert. Bundesweit waren es im vergangenen Jahr rund 44 Millionen Euro.

Die Sternsinger-Aktion ist bei den Kindern und Jugendlichen der Gemeinden durchaus beliebt. "Es melden sich jedes Jahr immer genug, so dass wir mehrere Teams zusammenstellen können", sagt Christian Kobert. Vor der Aktion werden die Sternsinger im Advent in Workshops auf ihre Aufgabe vorbereitet. Dabei werden die neusten Lieder einstudiert und das Spendenthema besprochen. "Und während der Aktion unterstützen uns auch viele Eltern, etwa, um die Kinder von Haus zu Haus zu fahren, denn zu Fuß können sich die Gruppen nicht mehr auf den Weg machen, da die Adressen doch zu weit auseinander liegen", so der Vikar.

An jedem Aktionstag werden die Kinder in den Mittagspausen mit gutem Essen und Spielangeboten bei Laune gehalten. "Es ist für die Sternsinger durchaus anstrengend - Treppe rauf, Treppe runter, rein ins Warme, raus ins Kalte - da müssen sie in den Pausen etwas auftanken können."

Zum Abschluss der Sammlung zählen die Kinder dann selbst das gesammelte Geld, und auch die Süßigkeiten werden dann verteilt. Denn viele, die einen Segen von den Sternsingern bekommen, bedanken sich mit einer Spende und mit Naschereien. "Das gemeinsame Zählen und Süßigkeitenverteilen ist eine wichtige Sache, denn so können die Kinder sehen, dass sie wirklich eine wichtige Aufgabe übernommen haben", sagt Vikar Christian Kobert.