Cracau (cb) l Knochenbrüche, Schnittwunden, Herzinfarkte - rund um die Uhr, im Drei-Schichtsystem, sichert eine interdisziplinäre Mannschaft die Erstversorgung von Patienten ab. Christian Rauthe, Teamleiter der Gesundheits- und Krankenpflege, ist von Anfang an dabei. In der Zentralen Notaufnahme der Pfeifferschen Stiftungen zählt jede Minute, und das seit mehr als 20 Jahren.

"Eine typische Zivilisationskrankheit unserer Wohlstandsgesellschaft ist der Herzinfarkt. Patienten mit solch einem Befund werden immer jünger! Sie sind nicht selten um die 40 Jahre alt, manchmal jünger", sagt Christian Rauthe. Schon wieder wird ein Patient gebracht. Die medizinische Erstversorgung übernehmen Oberärztin Dr. Barbara Pfeiffer, Fachärztin für Innere Medizin und ärztliche Leiterin der Notaufnahme, und zwei Pflegefachkräfte. 15 Minuten später liegt er im Herz-Katheter-Labor.

Bis zu 70 Patienten kommen an einem Tag. Sie werden nach einem Dringlichkeitssystem medizinisch versorgt: Wer am schwersten krank ist, muss als Erstes behandelt werden. Es wird gleich am Empfang der Notaufnahme "sortiert". "Für 2015 denken wir über die Anwendung des Manchester-Triage-Systems nach", sagt Christian Rauthe. "Ein standardisiertes Verfahren, das von Leitsymptomen zur Ersteinschätzung in der Notaufnahme ausgeht."

Aber wann kann man den Notarzt informieren? "Lieber umsonst den Rettungsdienst rufen als einen akuten Herzinfarkt riskieren", rät Christian Rauthe. "Wir beobachten einen Anstieg von Herzinfarkten und Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße. Diese Erkrankungen stehen bei uns an erster Stelle. Zirka 60 Prozent unserer Fälle sind internistisch, die anderen 40 Prozent orthopädisch-chirurgisch", berichtet er.

In der Notaufnahme sind zwei Ärzte aus der Inneren und der Orthopädie/Unfallchirurgie rund um die Uhr im Einsatz. Am Bereitschaftsdienst, über die Abend- und Nachtstunden, an Wochenenden und Feiertagen beteiligen sich Assistenz- und Stationsärzte. Weitere Fachbereiche können hinzugerufen werden. Alle aufeinander eingespielt, mit dem Team von Christian Rauthe, 14 Gesundheits- und Krankenpfleger, zwei Administratoren und eine Servicekraft. Auszubildende der Krankenpflegeschule und Rettungsdienst-Praktikanten unterstützen das Team zeitweise, lernen hier mit Notfall- und Ausnahmesituationen umzugehen. Das Gros der Mitarbeiter sind Frauen.

Im September 2014 wurde die Notaufnahme des Klinikums bei Pfeiffers 20 Jahre alt. Christian Rauthe will hier bleiben. "Fachkompetenz, klarer Kopf, starke Nerven, die Gefühle im Griff - das braucht man hier", sagt er.

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