Magdeburg. Tschick nach dem Roman in einer Bühnenfassung von Robert Koall ist heute um 19.30 Uhr und am Mittwoch um 11Uhr auf der Bühne des Schauspielhauses Magdeburg in der Otto-von-Guericke-Straße 64 zu sehen.

"Mein Großvater wohnt irgendwo am Arsch der Welt in einem Land, das Walachei heißt. Und da fahren wir jetzt hin." Die großen Sommerferien haben begonnen. Sechs Wochen Abenteuer, Baggersee, barfuß laufen und Eis essen. Sechs Wochen grenzenlose Freiheit. Nur leider nicht für den Achtklässler Maik Klingenberg, der so langweilig ist, dass er nicht einmal einen Spitznamen hat. Kein Wunder, dass er nicht zur Geburtstagsparty von Tatjana eingeladen ist, dem schönsten Mädchen der Welt, für die er extra ein Bild von Beyoncé gemalt hat. Doch bevor Maik in Selbstmitleid versinken kann, tritt Tschick in sein Leben, ein vierzehnjähriger Russlanddeutscher, der weder Furcht noch Respekt kennt, der raucht und nach Bier riecht. Er überredet Maik, mit ihm und seinem geklauten Lada in Richtung Walachei zu fahren, und weil Maik wenigstens einmal in seinem Leben nicht langweilig sein will, fährt er mit. Zu zweit machen sie sich auf den Weg durch die ostdeutsche Provinz, treffen auf sonderbare Gestalten, auf blöde Polizisten, auf schießwütige Rentner und auf Isa, die auf einem Schrottplatz wohnt. Gemeinsam erleben sie den größten Sommer ihres Lebens.

Wolfgang Herrndorf ist mit "Tschick" ein Roman gelungen, den Jugendliche lieben und der Erwachsene gern wieder Jugendliche sein lassen würde. 2011 wurde er dafür mit dem Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es: "Das feine Gespür des Autors für jugendrelevante Themen, komische Dialoge, der jugendlich-authentische Erzählton und der bis zum filmreifen Finale konsequent durchgehaltene Spannungsbogen machen den Roman herausragend." Für seinen aktuellen Roman "Sand" erhielt Herrndorf im Frühjahr 2012 den Preis der Leipziger Buchmesse.