Magdeburg l Schlechte Zeiten für Kufenfans in Magdeburg. Bei den anhaltend milden Temperaturen gibt es nicht mal eine zugefrorene Pfütze in der Stadt. Die einzige künstliche Eisbahn, die von Ende November bis Anfang Januar für Kufenspaß am Allee-Center sorgte, ist schon wieder abgebaut. Hunderte Eislauffans hatten auf der 450 Quadratmeter großen künstlichen Eisfläche bis zum 4. Januar ihre Runden drehen können. Danach war Schluss. Das Kooperationsprojekt von Allee-Center und Weihnachtsmarkt GmbH war für diese Saison beendet. Angesichts fehlender Alternativen in der Stadt wünscht sich so mancher eine Fortführung der Eisbahn am Allee-Center bis in die Winterferien hinein, doch dafür müssten sich weitere, zusätzliche Sponsoren finden.

Denn: Je milder die Temperaturen, desto kostenintensiver der Betrieb künstlicher Eisbahnen. Das hatte schon vor Jahren der Betreiber des großen Eislaufzeltes am Kleinen Stadtmarsch zu spüren bekommen. Er hatte jährlich ein riesiges, 1800 Quadratmeter großes Eiszelt am Kleinen Stadtmarsch aufgebaut und über die gesamte Wintersaison betrieben, später noch eine Eisfläche in einer alten Werkhalle an der Mittagstraße. Doch das Problem war die fehlende zentrale Lage, die so viel Publikum anzulocken vermag, um die hohen Betriebskosten, mehrere Tausend Euro im Monat, decken zu können. 2009 noch mal ein Vorstoß des damaligen Betreibers, der Südharzer Festzeltbetriebe, um näher ans Zentrum zu rücken. Nach langem Tauziehen hatte die Stadt die Ostseite des Uniplatzes als Standort für das Riesenzelt angeboten. Doch nachdem das Rathaus seine Mietforderungen bezifferte, platzte der Deal. Der Betreiber zog sich komplett zurück.

Stadt scheut Risiko

Auch der Versuch, in der Hyparschale eine Eislaufhalle zu installieren, ist gescheitert (Volksstimme berichtete). Eiszeit für Kufenfans also. Die Verwaltung weiß auch von keinen neuen Interessenten, hieß es auf Nachfrage. Einzig der Elbauenpark macht Hoffnung auf legalen Schlitterspaß: "Wenn der Winter entsprechend frostig wird, werden wir auch wieder das Schlittschuhlaufen auf dem Angersee im Elbauenpark anbieten", erklärte Steffen Schüller, Geschäftsführer der Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg (MVGM), auf Volksstimme-Anfrage. Das wäre dann sogar ein kostenloses Eislaufvergnügen auf dem Angersee, weil es bis Ende Februar noch freien Eintritt in den Elbauenpark gibt. Lediglich bei einem organisierten Rahmenprogramm am zugefrorenen See würde ein Entgelt fällig werden.

Doch davon sind Kufenfans wie auch Organisatoren noch etliche Grade entfernt. Die Stadt dürfte sich über das milde Wetter sogar eher ins Fäustchen lachen. Sie spart sich weitere "Winterdienstkosten", nämlich Kontrollen an Teichen, Tümpeln, Flüssen und Seen im Stadtgebiet durch den Stadtordnungsdienst. Seit Jahren schon gilt: Betreten sämtlicher Eisflächen verboten! Darüber wachen die Ordnungshüter und drohen bei Verstoß mit bis zu 5000 Euro Geldbuße. Bisher blieb es allerdings meist bei Ermahnungen.

Warum sperrt sich die Stadt so? Man scheut das Risiko. Rathaussprecherin Kerstin Kinszorra verweist auf Paragraf 9 der Gefahrenabwehrverordnung. Danach bleibt das Betreten von Eisflächen aller Gewässer im Stadtgebiet bis auf genehmigte Ausnahmen verboten. Gerade hier in Magdeburg seien viele Seen "sehr tief und vom Wasserstand der Elbe abhängig". Die Tragfähigkeit des Eises könne nicht mit "einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit garantiert werden", so die Sprecherin.