Magdeburg l Laut bisher unveröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamtes ist die Zahl der in Magdeburger Krankenhäusern eingelieferten jugendlichen Rauschtrinker im Jahr 2013 leicht zurückgegangen. Darauf weist die Krankenkasse DAK-Gesundheit in einer aktuellen Pressemitteilung hin, erachtet das "Komasaufen" unter Minderjährigen aber trotz eines leicht rückläufigen Bundestrends nach wie vor als problematisch.

73 Kinder und Jugendliche wurden 2013 mit einer Alkoholvergiftung in Magdeburger Krankenhäuser eingeliefert; das sind 18 Prozent weniger als 2012. Im Vergleich zur Jahrtausendwende bedeutet die Patientenzahl von 2013 allerdings noch immer eine sagenhafte Steigerungsrate um 160 Prozent. Zumal: Die alkoholvergifteten jungen Patienten markieren nur die Spitze des sprichwörtlichen Eisberges, denn nicht jeder jugendliche Trinker treibt es gleich so weit, dass er im Krankenhaus anlandet.

Als besonderen Anlass zur Sorge erachtet Michael Fräßdorf, Chef der DAK in Magdeburg, den Alkoholmissbrauch unter Kindern. 13 der Mädchen und Jungen, die 2013 nach einem Trinkgelage in eine Magdeburger Notaufaufnahme gebracht wurden, waren zwischen 10 und 15 Jahren jung.

Die Krankenkasse versucht dem Missbrauch seit 2010 mit einer mehrfach ausgezeichneten Präventionskampagne unter dem Motto "bunt statt blau" vorzubeugen. Schüler zwischen 12 und 17 Jahren sind auch 2015 aufgerufen, auf Plakaten kreative Botschaften gegen das Rauschtrinken zu entwerfen. Schulen in Magdeburg und Region wurden angeschrieben und eingeladen, sich zu beteiligen. Landesschirmherr der Aktion ist Gesundheitsminister Norbert Bischoff.

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