Magdeburg l Bereits bei der Errichtung des Einkaufszentrums an der Ernst-Reuter-Allee war vertraglich festgeschrieben worden, dass die beiden in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Passagen nur zwischen 1 und 5 Uhr geschlossen werden dürfen. Historische Wegebeziehungen zwischen Dom und Altem Markt sollten dadurch erhalten bleiben, hatten damals Befürworter argumentiert. Nachdem es aber zunehmend zu Vandalismus in dieser Zeit gekommen war und die dort aufgestellten Geschäftsstände auch Opfer von Dieben wurden, reagierte die Centerleitung. Sie beantragte bei der Stadt die alte Regelung über Bord zu werfen und längere Schließzeiten zu genehmigen.

Nachdem sich auch der Stadtrat dem Thema gewidmet hatte, setzte der zuständige Baubeigeordnete Dieter Scheidemann seine Mitarbeiter auf den Fall an. Jetzt kann er Vollzug vermelden. In einer am Dienstag in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters veröffentlichten Information berichtet er, dass der städtebauliche Vertrag mit der Betreibergesellschaft des Allee-Centers entsprechend geändert werden konnte. "Durch diese Vertragsänderung erhoffen sich die Verwaltung und das Centermanagement einen Rückgang der Ladendiebstähle und eine Verringerung der dadurch entstandenen Schäden für die Ladenbesitzer", begründet Dieter Scheidemann die Entscheidung.

Centermanagerin Margaret Stange-Gläsener freut sich über die positive Botschaft. "Im Sinne unserer Mieter sind wir total glücklich, dass die Stadt unserem Antrag gefolgt ist", erklärt sie auf Nachfrage. Sie wisse auch, dass es sich die Verwaltung mit der Entscheidung nicht leicht gemacht habe. Wann genau die neuen Schließzeiten umgesetzt werden, konnte sie gestern noch nicht sagen. Aktuell ist es aber bereits so, dass beispielsweise bei Fußballspielen die Ladenzeile geschlossen wird.

Laut Vertrag sind die Durchgänge zwischen Reuterallee und Goldschmiedebrücke nur noch von 6 bis 21 Uhr bzw. mindestens bis eine Stunde nach Ladenschluss offenzuhalten.

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