Magdeburg l Groß war das Interesse an der GWA-Sitzung in Neu-Olvenstedt. Kurz vor dem Beginn der Sitzung mussten noch Tische und Stühle herbeigeschafft werden, um allen Teilnehmern einen Sitzplatz zu ermöglichen. Der Grund war der Besuch der Sozialbeigeordneten Simone Borris. Die Stadt-Mitarbeiterin informierte über den Einzug von Flüchtlingen in Wohnungen am Bruno-Taut-Ring.

Im Lauf des Monats Februar werden die ersten Familien in den Bruno-Taut-Ring 89 bis 112 einziehen. Voraussichtlich wird zunächst der erste Aufgang belegt. Einen Pressetermin werde es vorab geben, so dass die Öffentlichkeit erfährt, wie die Menschen untergebracht werden. Dabei betonte Simone Borris, dass die Wohnungen nicht als Gemeinschaftsunterkünfte zu verstehen sind.

"Die Familien leben dort in ihren abgeschlossenen Wohnungen", sagte sie. Borris bittet daher auch um Verständnis, dass das Gebäude nicht im bewohnten Zustand besichtigt werden kann. Schließlich sind die Räume für eine gewisse Zeit das Zuhause der Menschen und die Privatsphäre müsse geachtet werden. Die Menschen, die in den Wohnungen untergebracht würden, seien schon einige Zeit in Deutschland, würden zum Teil auch schon ein wenig Deutsch sprechen.

Borris hob das ehrenamtliche Engagement hervor, das stadtweit "wahnsinnig groß" sei. Viele Menschen wollen helfen. Deshalb will die Verwaltung die Angebote sammeln und nach Bedarf abrufen. "Wir müssen schauen, wer was machen kann", sagte Borris. Die Sozialbeigeordnete bat außerdem um Verständnis, dass Spenden nicht ungeschützt in den Unterkünften abgegeben werden könnten. "Sie müssen aus hygienischen Gründen zuvor gereinigt werden", erklärte sie, denn es könne auch sein, dass jemand eine böse Absicht mit der Abgabe etwa von Kleidung verfolgt. Sowohl die Stadt-Tochter Gemeinnützige Gesellschaft für Ausbildung, Qualifizierung und Beschäftigung mbH (AQB) als auch die Gesellschaft für Innovation, Sanierung und Entsorgung mbH (GISE) unterstützen.

"Dann können wir Angebote machen und diese kommunizieren."

Bei aller Hilfsbereitschaft bittet Simone Borris allerdings, die Menschen zunächst einmal ankommen und zur Ruhe kommen zu lassen. "Dann können wir Angebote machen und diese kommunizieren", sagte sie. Zwingen könne man aber niemanden, sich daran zu beteiligen.

Die Neu-Olvenstedter hatten überlegt, eine Art Willkommensfest zu organisieren. Hilfe aus sozialen Einrichtungen im Stadtteil ist zugesichert. GWA-Sprecher Matthias Gehrmann könne sich auch vorstellen, Führungen durch den Stadtteil anzubieten, um den neuen Bewohnern die Orientierung zu erleichtern.

Positiv nahm Borris die Idee auf, dass Infomäppchen mit den wichtigsten Ansprechpartnern zusammengestellt und unter den Familien verteilt werden.

Die Frage nach Patenschaften müsse noch geklärt werden. Die Stadtverwaltung sei derzeit angestrengt dabei, alle notwendigen Vorbereitungen für die Unterbringung von Flüchtlingen zu treffen. Langfristig sollen die Migranten im gesamten Stadtgebiet verteilt in Wohnungen untergebracht werden. Die höhere Zahl derer, die in Magdeburg aufgenommen werden müssten, stelle die Stadtverwaltung vor große Herausforderungen. Denn das Mehr an Menschen habe auch Auswirkungen auf den Bedarf an Schul- und Kita-Plätzen, nannte sie ein Beispiel.

Für die Internetseite der Stadt sei ein Bereich zum Thema Flüchtlinge geplant, in dem besonders häufig gestellte Fragen beantwortet werden.

Die Neu-Olvenstedter erwähnten positiv, dass sich die Kommunikation der Stadtverwaltung verbessert habe. Nach anfänglichen Diskrepanzen, "erfahren wir nun sehr viel".