Magdeburg l Was zeichnet einen Magdeburger des Jahres aus? Er ist engagiert, er setzt sich ein, er ist ehrenamtlich im Einsatz. Und manchmal nicht allein ... So wie Christa Göllner, Iris Kolloch und Christine Köthe vom Verein "Niere":

Das Thema "Organspende" ist ein schwieriges. Unbestritten ist, dass Organspenden Leben retten können. Doch selbst zum Spender werden? Die Reaktionen auf diese Frage sind meistens von Zurückhaltung geprägt. Christa Göllner, Iris Kolloch und Christine Köthe leben mit einer gespendeten Niere. Sie haben Dialyse und die Leiden, die mit ihrer Erkrankung verbunden waren, hinter sich gelassen. Und sie machen anderen Mut. Gemeinsam bringen sich die Frauen im Verein "Niere" ehrenamtlich ein - gemeinsam begleiten sie Betroffene, gemeinsam sind sie Ansprechpartner, Ratgeber und, was ab und an schon das Wichtigste ist, Zuhörer. Denn sie kennen die Ängste und Sorgen, die mit der Erkrankung verbunden sind. Sie kennen ebenso die Strapazen der Behandlung. Die Patienten trifft die Diagnose "Nierenleiden" unerwartet und macht sie zuweilen einsam. In den drei Frauen vom Verein "Niere" finden sie eine Stütze, die sie begleitet, ihnen ein Lächeln schenkt und die ihnen Mut zuspricht.

Angst aus Unwissenheit

Aufgrund ihres Nierenleidens haben sich die drei Frauen intensiv mit dem Thema "Organspende" auseinandergesetzt. Sie haben sich entschieden, Aufklärungsarbeit leisten zu wollen. Fragen, die ihnen zum Beispiel bei Festveranstaltungen gestellt werden, sind oft mit Angst verbunden. Angst, im Ernstfall nicht gerettet zu werden. Angst, als Organspender abgestempelt zu werden. Angst, die in der Regel auf Unwissenheit basiert. Die Wahrscheinlichkeit, selbst auf ein Spenderorgan angewiesen zu sein, sei siebenmal höher als die Wahrscheinlichkeit, dass man als Spender infrage käme, sagen Christa Göllner, Iris Kolloch und Christine Köthe.

Sie sagen auch, wenn es um ihre Arbeit geht, dass sie nicht allein im Verein "Niere" engagiert sind. Unterstützung erfahren die drei Frauen außerdem von ihren Familien und Freunden, Sponsoren und Spendern. Und den Lesern der Volksstimme, die ihnen ihre Stimme bei der Wahl gegeben haben.