Karsten Steinmetz: "Doppelspiel zu dritt", Mitteldeutscher Verlag, 120 Seiten, 9,95 Euro, ISBN 978-3-95462-467-6.

Magdeburg l Warum hat das denn jetzt bitte so lange gedauert, Herr Dr. Steinmetz? Seit vielen Jahren hat sich Karsten Steinmetz im Magdeburger Kulturbetrieb einen Namen gemacht. Als Mitorganisator von Kulturveranstaltungen abseits des etablierten Kulturbetriebs in vergessenen Gebäuden - Stichwort Romantik 2.0, Mystique und in diesem Jahr die Sinnlichkeit im alten Gefängnis - ebenso wie als Akteur der Magdeburger Schreibkräfte, eines literarischen Autorenkollektivs mit eigenem Journal. Neben Steinmetz sind in diesem noch dabei Herbert Beesten, Hendrik Fuchs, Cornelia Habisch, Sandra Meyer, Regine Sondermann und Ulrich Wittstock.

22. Januar um 19 Uhr im Magdeburger Literaturhaus

Nur: Ein eigenes Buch hatte der promovierte Politikwissenschaftler und Schriftsteller eben bislang trotz aller Kontinuität in der Arbeit noch nicht. Bislang. Denn am morgigen Donnerstag stellt er ab 19 Uhr sein erstes eigenes Buch im Literaturhaus in der Buckauer Thiemstraße 7 vor. Titel des Werks: "Doppelspiel zu dritt". Musikalische Unterstützung bekommt er an diesem Abend auch von Graeme Salt, auch bekannt als Cellar Boy und damit als Frontmann der Band Berlin Syndrome. Im Anschluss an Buchvorstellung und Livemusik legt Jesse Oesterling auf.

Begonnen hat Karsten Steinmetz an der Arbeit zu seinem ersten eigenen Buch schon im Jahr 2006. Inspiriert wurde er dabei von den Gästen im Café Central in der Leibnizstraße, das er mitgegründet hat und in dem er sich damals noch engagierte. Dort waren immer wieder Schauspieler zu Gast. Karsten Steinmetz erinnert sich: "Und einer von diesen, Jochen Gehle, hatte mir halt erzählt, das Schauspieler vor und nach dem Auftritt vermindert schuldfähig sind."

Klar - dass ist ein willkommenes Thema, das literarisch aufbereitet werden kann. Und Karsten Steinmetz wäre nicht er selbst, wenn es in seinem Buch nicht auch um die Liebe gegangen wäre. Immerhin hatte er sich im Jahr 2011 unter dem Titel "Herr Steinmetz fragt nach der Liebe" per Bahn auf Recherchereise begeben. Damals war er von Volksstimme-Volontärin Friederike Ostermeyer begleitet worden, die für ihre Reportage im Wochenendmagazin der Volksstimme einen Reportagepreis bekommen hatte.

"Doppelspiel zu dritt" jedenfalls ist die Geschichte von Liebenden. Und zwar in einer großen thematischen Bandbreite: Schon in den ersten Kapiteln geht es dabei beispielsweise um unerfüllte Kinderwünsche, um ungewohnte Motive und Methoden des Seitensprungs und um das bühnenreife Werben um eine Angebetete.

Aufgeschrieben war die Rohfassung für das Buch im Jahr 2008. "Und dann geht es ja in das Rewriting - und das ist mindestens ebenso aufwendig und anstrengend wie das eigentliche Schreiben", sagt der Schriftsteller. Zugegebenermaßen dies nicht allein für ihn. Besonders viel Unterstützung gab es so von Schriftstellerkollegen wie André Schinkel, von Herbert Beesten von den Schreibkräften und Torsten Olle aus dem Buckauer Literaturhaus, aber auch von Lebensgefährtin Lisa Reul und deren Großmutter Britte Reul sowie Cousine Ulrike Ziler.

Termine auf Buchmesse stehen im Kalender

Und dann natürlich: die Verlagssuche. "Ich wollte das Buch ja nicht selbst herausgeben und einen Verlag finden, der seine Autoren nach Kräften unterstützt." Diesen Wunsch sieht er beim Mitteldeutschen Verlag in Halle besonders gut erfüllt. Fest im Terminkalender stehen immerhin schon zwei Auftritte bei der Buchmesse in Leipzig und die Präsentation des Buchs bei "Leipzig liest". "Das sind schon echte Hausnummern", sagt der Literat.

Nachdem das erste Buch lange in der Schublade geschmort hatte, bis es jetzt veröffentlicht wurde - gibt es denn schon das nächste Manuskript? Karsten Steinmetz sagt: "Bevor ich mit neuen Buchideen an die Öffentlichkeit gehe, möchte ich erst einmal abwarten, wie ,Doppelspiel zu dritt` beim Publikum ankommt."