Magdeburg l Seit mehreren Jahren verfolgen die Mitglieder des Vereins, der 1995 gegründet wurde, die Idee der Lesestube. Seit dem Aus der Bibliothek in der Ortschaft haben Lesefreunde keine Anlaufstelle mehr, die Fahrbibliothek hat Beyendorf-Sohlen nicht auf ihrer Route.

"Nicht nur im Verein gibt es viele, die gern lesen und sich austauschen möchten", so Birgit Steinmetz, Vorsitzende des Heimatvereins. In den vergangenen Monaten machte sich der Verein auf, die Räumlichkeiten im Obergeschoss des Soziokulturellen Zentrums umzugestalten. Regale wurden beschafft, ebenso eine große Auswahl an Büchern.

Zum Verweilen in der Lesestube laden ein großer Sessel und ein Schaukelstuhl ein. "Geld- und Buchspenden haben uns geholfen, unseren Wunsch nach einer Lesestube zu erfüllen", so Birgit Steinmetz. Unterstützung gab es u. a. vom Kulturbüro der Stadt sowie dem Bürgerverein Salbke, Westerhüsen und Fermersleben, der mit dem Salbker Lesezeichen seit Jahren eine Bürgerbibliothek betreibt.

Mit der Lesestube soll nicht nur das Angebot des Vereins, der in der ehemaligen Schule am Dodendorfer Weg ein Schul- und Heimatmuseum betreibt und die Geschichte des früheren Bördedorfes dokumentiert, sondern auch das kulturelle Angebot in der Ortschaft bereichert werden. Die Bibliothek fungiere nach dem Prinzip "Ich bringe ein Buch, ich nehme ein Buch".

Die derzeit knapp 800 Exemplare (u. a. Koch- und Reisebücher, Belletristik, klassische Werke) können zudem ohne Fristen gegen eine Gebühr entliehen werden. "Das Geld soll zur Gestaltung der Lesestube eingesetzt werden", so die Vorsitzende. Zwei Mitglieder des Vereins fungieren als feste Ansprechpartner und übernehmen die Organisation.

Die Lesestube wird am Sonnabend mit geladen Gästen eingeweiht. Sie soll bis März jeweils am Mittwoch in der Zeit von 14 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet sein. "In dieser Zeit werden wir sehen, wie der Bedarf ist und gegebenenfalls weitere Zeiten anbieten", sagt Birgit Steinmetz. Bei einem Testlauf in den vergangenen Wochen sei die Lesestube bereits sehr gut von Besuchern angenommen worden. "Sie ist ein kleiner Meilenstein, wir sind sehr stolz", sagt sie weiter.

Seit 2011 lenkt sie die Geschicke des Vereins, dessen Mitgliederzahl von damals 38 auf aktuell 64 gestiegen ist. Die Mitstreiter sind nicht nur in Beyendorf und Sohlen beheimatet, einige wohnen in Stadtteilen wie Reform und Buckau. Schön sei, dass sich alle Altersgruppen im Verein wiederfinden und sich "jeder je nach seiner verfügbaren Zeit einbringt".

Längst finden sich Gäste aus dem gesamten Stadtgebiet und umliegenden Kreisen zu den Veranstaltungen des Heimatvereins ein. Die soll es auch im Jubiläumsjahr geben. Im Frühjahr soll ein Thementag mit polnischen Osterbräuchen angeboten, später ein Treff zum Thema "Ahnenforschung" organisiert werden. Außerdem plant der Verein, in diesem Jahr das traditionelle Erntedankfest in der Ortschaft selbst auf die Beine zu stellen. Die Gemeinwesenarbeitsgruppe (GWA) hatte signalisiert, die Aktivitäten in diesem Jahr auf die Organisation eines Festes zum 1075-jährigen Bestehen Sohlens auszurichten. Am 21. November steht die Feier "20 Jahre Heimatverein" an.

Für Terminabsprachen und Informationen ist der Verein über den stellvertretenden Vorsitzenden Otto Preuß unter Telefon 0151/14 92 59 84 zu erreichen.