Altstadt l Rund 6600 Menschen füllten am Montag vor einer Woche demonstrativ den Marktplatz vor dem Rathaus. Die große Mehrheit - rund 6000 Frauen und Männer - versammelte sich zum No-Magida-Protest für ein tolerantes und weltoffenes Magdeburg. Für den heutigen Abend rechnet die Polizei erneut mit Tausenden Demonstranten auf dem Alten Markt. Auslöser ist der "2. Spaziergang" von Magida, dem örtlichen Ableger der Dresdner Pegida-Bewegung ("Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes).

Auftakt dafür soll ab 19 Uhr eine Kundgebung auf dem Markt sein. Laut Polizeiangaben haben neben dem DGB, eine studentische Initiative und eine Privatperson insgesamt drei Gegendemonstrationen angemeldet. Sie beginnen bereits um 18 Uhr ebenfalls auf dem Alten Markt. Die Polizei, zugleich Versammlungsbehörde in Magdeburg, geht davon aus, dass sich heute Abend bis zu eintausend Magida-Anhänger und mindestens 6000 Gegendemonstranten einfinden. Auf der No-Magida-Facebook-Seite kündigten bis gestern Abend mehr als 1600 Magdeburger ihre Teilnahme an der Demonstration "Magdeburg gegen Rassismus und Menschenverachtung" an. Bei Magida klickten 450 potenzielle Demonstranten "nehme teil".

In der Vorwoche von der Zahl der Demonstranten überrascht, rüstet sich die Polizei nach Angaben von Sprecher Frank Küssner heute mit mehreren Hundertschaften und "geänderter Strategie" für den "Schutz der Veranstaltungen". Sie werden erneut in Hör- und Sichtweite auf dem Alten Markt abgehalten. Es ist davon auszugehen, dass die Polizei mit Blick auf die stellenweise aufgeheizte Stimmung in der Vorwoche die gegnerischen Lager etwas mehr auf Abstand zu bringen versucht. Der erste geplante Magida-"Spaziergang" durch die Innenstadt scheiterte am vergangenen Monat am Kessel aus Tausenden Gegendemonstranten.

Hinter der Anmeldung des DGB versammelt sich heute erneut ein breites "Bündnis gegen Rechts" und das Netzwerk #blockmd. "Mit unserem Protest wollen wir zeigen: Magida spricht nicht für die Mehrheit der Magdeburgerinnen und Magdeburger", so Bündnis-Koordinatorin Christine Böckmann, die sich namens ihrer Mitstreiter ein kraftvolles Zeichen gegen Rassismus und Islamfeindlichkeit wünscht.

Von 18 bis 22 Uhr kündigt die Polizei Sperrungen und Behinderungen am Markt und in der nördlichen Innenstadt an.