Magdeburg l Für einen Schwedeneisbecher auf den Albinmüller-Turm - daraus wird auch in Zukunft nichts. In mehreren Stellungnahmen hat die Stadtverwaltung in den vergangenen Monaten dargelegt, warum hier nicht wieder wie in der Vergangenheit ein Café eingerichtet werden kann. Mit dieser Aussage wollen sich die Stadträte im Wirtschaftsausschuss nicht zufriedengeben.

Insbesondere die Fraktionen von Linken und Grünen hatten in der Vergangenheit ein Konzept darüber eingefordert, was mit dem Turm geschehen soll und wie seine architekturgeschichtliche Bedeutung als Höhepunkt der Bauhausepoche in Magdeburg angemessen präsentiert werden könne. Die pure Absage aus der Verwaltung an eine gastronomische Nutzung des Baudenkmals und die vage Idee einer Fotopräsentation zur Turmgeschichte im Erdgeschoss war den Ratsdamen und -herren nicht genug. Zumal Magdeburg zum 2019 anstehenden Bauhausjubiläum als Korrespondenzstandort für Dessau fungiert und bei dieser Gelegenheit gleich Punkte für die Bewerbung um den Titel der europäischen Kulturhauptstadt sammeln kann.

Konzept steht noch aus

Insbesondere die Stadträte Frank Theile (Die Linke) und Tom Assmann (Bündnis 90/Die Grünen) rieben sich an der Aussage in einem der alten Papiere aus der Verwaltung, dass es im Herbst 2014 weitere Gespräche zur Zukunft des seit 2006 wieder als Aussichtspunkt nutzbaren Bauwerks geben sollte. Jetzt wollen die Räte neben einem Konzept auch Auskunft darüber erhalten, was bei diesem Gespräch herausgekommen ist. Unterstützung gibt es dafür im Wirtschaftsausschuss auch von Seiten der Christ- und der Sozialdemokraten, so dass die Stadträte mit fünf Ja- und einer Gegenstimme bei ihrer Forderung nach weiteren Antworten bleiben. Und das, obwohl Ausschussvorsitzender Michael Hoffmann von der CDU vor Beginn der Sitzung vermutet hatte, dass das Thema jetzt zu den Akten gelegt werde.

Auch wenn ein Konzept vorgelegt wird, scheidet das einstige Turmcafé auch als Fläche für Veranstaltungen oder für Ausstellungen aus - daran ließ Steffen Schüller, Geschäftsführer des Betreibers MVGM, keinen Zweifel: Wenn es um die Präsentation des Turmes geht, kämen beispielsweise Räume der benachbarten Stadthalle in Frage. Die Hemmnisse für eine Gastronomie würden nämlich ebenso für andere öffentliche Zwecke gelten. Ein Hindernis: Die Brandschutzanforderungen sind heute völlig andere als zur Eröffnung des Turms zur Deutschen Theaterausstellung Magdeburg 1927 und wären nicht finanzierbar. Und: Das Obergeschoss zu beheizen - was aufgrund der Bauweise mit Glasbausteinen erforderlich ist, um die Bildung von Kondenswasser zu verhindern - ist außerordentlich aufwendig. Drittens: Unklar ist, wie den Anforderungen des Denkmalschutzes entsprechend ein Hitzeschutz für den Sommer installiert werden könnte.