Magdeburg soll eine "Umweltgewerkschaft" bekommen. Eine Initiativgruppe dafür gibt es bereits, am 19. März soll eine Gründungsversammlung stattfinden.

Magdeburg l Seit rund einem Jahr trifft man sich regelmäßig im Gartenlokal "Zur Drehscheibe", am vergangenen Donnerstag wurden die Vorbereitungen zur Gründung einer neuen, aber etwas anderen Gewerkschafts-Ortsgruppe in Magdeburg vorangetrieben. "Der Termin steht fest", sagte Dagmar Stöhr im Volksstimme-Gespräch. Am 19. März soll die Gründungsversammlung stattfinden.

Rund 12 Mitstreiter - der "harte Kern" - gehören zur Initiativgruppe. "Wir können aber noch jede Menge Aktive gebrauchen", rührt Dagmar Stöhr die Werbetrommel. Vor gut einem Jahr sei sie in Berlin auf die Umweltgewerkschaft gestoßen und fand, dass auch Magdeburg diese neue Gewerkschaft braucht.

Themen gebe es in Magdeburg genug. "Die Müllverbrennungsanlage, die Elbe und der Hochwasserschutz, der Weltklimatag in Magdeburg und viele mehr", zählt Dagmar Stöhr auf. Auch der "Klimaschutz in Magdeburg" sei ein Thema für die Umweltgewerkschaft.

Aber was ist das Neue, denn um Umweltthemen kümmern sich auch Parteien und Umweltverbände? Der Grundgedanke sei, dass die Umweltbewegung viel erreicht habe, sich aber auch verändern müsse. Und sich mehr mit der arbeitenden Bevölkerung verbinden. Man wolle die Organisationsformen einer Gewerkschaft nutzen, aber nicht auf bestimmte Berufsgruppen beschränkt bleiben und auch nicht rein betrieblich, sondern branchenübergreifend aktiv werden. Die Verbindung der Themenbereiche "Arbeit" und "Umweltschutz" sollen bei der Umweltgewerkschaft einen breiten Raum bekommen. Die Magdeburger Ortsgruppe stehe für alle Menschen, die sich für den Umweltschutz interessieren, offen. Und dazu gehörten etwa auch Hausfrauen, Schüler, Studenten und Arbeitslose, so Dagmar Stöhr. Darum werde das Finanzierungsmodell auch ein anderes, als bei einer "normalen" Gewerkschaft sein. Nicht ein Prozent vom monatlichen Bruttolohn, sondern nur zwei Euro Mindestbeitrag (es gibt dazu noch eine Reihe von Ermäßigungen) sollen von den Mitgliedern erhoben werden. Damit könne es sich im Grunde jeder leisten, Mitglied der Umweltgewerkschaft zu werden. Man wolle keine Konkurrenz zu den Gewerkschaften des DGB sein, aber eine Alternative - auch zu den Umweltverbänden. Ob das funktioniert, werde man sehen. Die Magdeburger Initiativgruppe ist auf jeden Fall guter Hoffnung.

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