Magdeburg l Zum dritten Mal hat am Montagabend der Magdeburger Ableger der Anti-Islam-Bewegung Pegida "Magida" in der Landeshauptstadt demonstriert. Nach Polizeiangaben nahmen daran ungefähr 700 Personen teil. Die Kundgebung fand am Rathaus rund um das Otto-von-Guericke-Denkmal statt. Zum Gegenprotest auf dem Alten Markt kamen 2000 Teilnehmer. Bis Redaktionsschluss verliefen beide Veranstaltungen ruhig. Es gab keine Verletzten.

Bereits im Vorfeld ließ die Stadtverwaltung das Otto-von-Guericke-Denkmal an der Hauptwache verhüllen. "Es handelt sich um eine reine Schutzmaßnahme, die Beschädigungen, gleich welcher Art, vermeiden soll", hieß es aus dem Rathaus auf Nachfrage der Volksstimme. Im Netz kursierten freilich andere Interpretationen. So wurde die Verhüllung als stiller Protest gewertet, zumal um das weiße Laken noch eine rote Schleife gebunden war. Gegen Magida wurden fünf Versammlungen abgehalten. Auf der Hauptkundgebung sprachen unter anderen die Landespolitiker Wulf Gallert (Linke), Katrin Budde (SPD) und Cornelia Lüdemann (Grüne). "Es ist gut, dass Pegida sich langsam zerlegt. Wir werden uns nicht zerlegen", sagte Budde in Anspielung auf das Personalchaos beim Dresdener Pegida-Verein.Gallert ging hart mit Landtagspräsident Detlef Gürth (CDU) ins Gericht. Gürth hatte in der Volksstimme um den Dialog mit den gemäßigten Teilen von Magida geworben und von den islamischen Verbänden eine klarere Distanzierung gegenüber Gewaltverbrechen verlangt. "Ich distanziere mich von unserem Landtagspräsidenten", sagte Gallert. Auch die muslimische Gemeinde war mit Transparenten zur No-Magida-Veranstaltung gekommen.

Unterdessen hatten die Magida-Organisatoren dieses Mal ihr Konzept geändert. Bevor sie auf ihren "Spaziergang" durch die Innenstadt starteten, gab es ein offenes Mikrofon. Einer der Redner soll der Vorsitzende der NPD Sachsen-Anhalt, Peter Walde, gewesen sein. Die Polizei konnte das nicht bestätigen.

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