Werder (aam) l Am Elbufer auf dem Kleinen Werder tut sich was - auf der Seite der Stromelbe haben in dieser Woche Lastenkähne und Sägen das Bild bestimmt. Unübersehbar mussten Bäume und Sträucher weichen. Der Grund dafür sind Sicherungsarbeiten des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Magdeburg.

Wie Jörg Weise vom WSA auf Volksstimme-Nachfrage erklärte, finden dort im Auftrag des Amtes voraussichtlich bis Ende kommender Woche Sicherungsarbeiten statt, um zahlreiche kleinere Schäden an der Uferbefestigung zu beheben. Sogenannte Steinschüttungen werden dabei ersetzt: "Das Elbufer ist im Bereich zwischen Strombrücke und Nordbrücke mit natürlichen Steinen gesichert. Mit der Zeit lockern sich diese, auch durch die Bäume und Sträucher." Darum müsse man regelmäßig reparieren, um den Bestand des Ufers zu sichern.

"Tun wir das nicht, werden immer mehr und größere Steine ausgespült und die Reparaturen werden aufwendiger", erklärt Jörg Weise. Außerdem nehme die Standsicherheit der Bäume bei solchen Beschädigungen des Ufers ab, diese müssen dann gefällt werden. So ist es in dieser Woche bereits fünf Pappeln und reichlich Gestrüpp direkt am Elbufer ergangen.

Auf den ersten Blick birgt dieses Vorgehen Brisanz, liegt doch das Gebiet der Uferarbeiten im Flora-Fauna-Habitat (FFH) "Elbaue", in dem Eingriffe in Tier- und Pflanzenwelt zugunsten eben dieser verboten sind. Diesen Status hat das Gebiet von der Europäischen Union (EU).

"Unterhaltung und Pflege haben Vorrang"

Aber: "Das FFH-Gebiet spielt bei diesen Arbeiten keine Rolle, die Unterhaltung und Pflege des Ufers haben Vorrang vor dem Naturschutz", sagt Jörg Weise. Wichtig wäre der FFH-Status bei einem Ausbau der Stromelbe, der nicht ohne Weiteres passieren könnte. Erhebliche Eingriffe dürfe man eben in diesen FFH-Gebieten nicht erledigen, wohl aber solche, die der allgemeinen Sicherheit dienen. Darunter fielen auch die aktuellen Sicherungsmaßnahmen im Uferbereich zwischen den Elbbrücken.

Gesichert wird das Ufer nun mit verschiedenen "Wasserbausteinen", also natürlichen Baustoffen wie Kies und Schotter. An bestimmten Stellen könne man auch mal mit künstlichen Materialien wie Beton arbeiten, wenn es nicht anders gehe, aber natürliche Materialien seien freilich schonender für die Umwelt. Gebaut wird von innen nach außen mit immer größer werdenden Steinen: Zuerst eine Schicht kleinkörniger Schotter, darüber wenn nötig mehrere Schichten unterschiedlich großer Kies bis hin zu Steinen, die rund 20 mal 20 Zentimeter groß sind. "So können wir sicherstellen, dass auch noch Wasser versickern kann und das ganze Gebilde in sich hält", so Jörg Weise.

Sämtliche Sicherungsarbeiten am Magdeburger Elbufer seien mit den zuständigen Naturschutz- und Wasserbehörden abgestimmt, betont er.