Magdeburg l Magdeburg ist für die Wirtschaft in ganz Sachsen-Anhalt zwar ein wichtiger Standort - mit Blick auf den Energieverbrauch ist die Landeshauptstadt ebenso wie die beiden anderen kreisfreien Städte aber eher ein Zwerg. Dies wird aus den vom Statistischen Landesamt mit Sitz in Halle veröffentlichten Zahlen zum Stromverbrauch in der Industrie deutlich. Schwergewichte des Stromverbrauchs befinden sich in Nachbarschaft der Großstädte sowie in Anhalt.

Wie aus dem Statistischen Bundesamt zu erfahren ist, sind die Strompreise für Kunden in der Industrie ohne Steuern in den letzten Jahren wieder leicht gesunken. Im Jahr 2013 betrug der Strompreis für industrielle Verbraucher in Deutschland demnach 8,6 Cent pro Kilowattstunde. Werden die Steuern berücksichtigt, betrug der durchschnittliche Strompreis für industrielle Verbraucher im Jahr 2013 rund 15 Cent pro Kilowattstunde. Den höchsten Wert ohne Steuern haben die Statistikexperten auf Bundesebene für das Jahr 2009 mit 9,75 Cent pro Kilowattstunde ermittelt. Zum Vergleich: Im Jahr 2001 hatten die Verbraucher in der Industrie noch 6,69 Cent pro Kilowattstunde zuzüglich der Steuern zu zahlen.

Im Gegensatz zu anderen Landkreisen und kreisfreien Städten ist der industrielle Stromverbrauch in Magdeburg übrigens im Jahresvergleich gesunken: Für das Jahr 2012 hatten die Statistiker noch einen Verbrauch von 204 231 Megawattstunden für die Industriebetriebe zwischen Mittellandkanal und Westerhüsen ermittelt. In Halle ist der Verbrauch im Vergleich der beiden Jahre um rund 4000 Megawattstunden angestiegen. Dennoch liegt die Saalestadt noch deutlich unter dem Verbrauch Magdeburgs und erreicht inzwischen etwas mehr als ein Drittel des Wertes der Landeshauptstadt. Eine Steigerung des Energieverbrauchs gab es übrigens auch im Saalekreis rund um Halle, der seit Jahren die mit Abstand höchsten Verbrauchszahlen zu verzeichnen hat. Hier hat sich binnen Jahresfrist der Stromverbrauch von 3 356 661 auf 3 398 716 Megawattstunden erhöht. Dies ist vor allem den energieintensiven Produktionsabläufen in der im Süden Sachsen-Anhalts angesiedelten chemischen Industrie geschuldet. Gesunken ist der Verbrauch beispielsweise im Jerichower Land (rund 400 Megawattstunden) und im Landkreis Stendal (rund 3500 Megawattstunden).