Magdeburg l Wie weiter mit den Schrottimmobilien? Nachdem im Zusammenspiel zum Beispiel von Baupolizei, Denkmalschutz und Ordnungsamt für einige Bereiche der Stadt bereits eine Übersicht über gefährdete Gebäude mit historischer und städtebaulicher Bedeutung geschaffen wurde, hat die Stadt eine Reihe von Eigentümern angeschrieben. Vornehmlich in den Sanierungsgebieten im Süden der Stadt. Eine Nachfrage der Volksstimme bei Dieter Scheidemann, dem zuständigen Baubeigeordneten, ergab: Es gab erfreulich viele Rückmeldungen.

Er sagt: "Die Reaktionen reichen von ,Wir achten darauf, dass das Gebäude nicht verfällt` bis hin zu ,Wir wollen das Gebäude in Kürze sanieren`." Solche Hinweise der Eigentümer, so der Beigeordnete, seien wichtig, um beispielsweise gezielt Informationen geben zu können. Zum Beispiel wenn es darum geht, die richtigen Ansprechpartner bei den Behörden zu finden, wenn es um Förderprogramme oder Hinweise zur steuerlichen Förderung für den Denkmalschutz geht, erläutert der Baubeigeordnete.

Besonders bewährt habe sich im Südosten der Stadt die Zusammenarbeit mit Haus und Grund in einem Pilotprojekt. Scheidemann: "Wir möchten nach dem Abschluss des Programms im Mai einen Anschluss finden, wie wir es fortsetzen können." Auch die Volksstimme hatte mehrfach über das Engagement des Vereins Haus und Grund berichtet.

Erfreulich sei auch die Resonanz auf einen Zeitungsbeitrag im Januar gewesen. Damals war der Kontakt zur Verwaltung veröffentlicht worden (siehe unten), wo sich jene Menschen melden können, die ein Baudenkmal erhalten möchten. Claudia Redling sagt: "Wir brauchen Architektur-Liebhaber für Projekte. Bei einer Reihe von Gebäuden, an denen in den vergangenen Jahrzehnten kaum etwas zum Erhalt getan wurde, besteht nämlich inzwischen ein dringender Handlungsbedarf." Wie dringend der Handlungsbedarf ist, beweisen nicht zuletzt aktuelle Abrissarbeiten zum Beispiel in der Leipziger Straße 30/32 (wo das Verfahren schon lief, bevor die Bemühungen um den Erhalt von Denkmalen intensiviert wurden) und in der Wasserkunststraße, wo eine Rettung trotz des erklärten Willens seitens eines Hauseigentümers nicht mehr möglich war.

In der Magdeburger Stadtverwaltung gibt es mit Claudia Redling im Stadtplanungsamt eine Ansprechpartnerin. Sie ist telefonisch unter der Rufnummer 0391/540 52 47 zu erreichen. Zwar kann die Verwaltung nicht die Aufgaben eines Maklers übernehmen, sie kann aber Eigentümer beraten und gegebenenfalls mit Interessenten zusammenbringen, die sich auf eine Denkmalsanierung einlassen möchten.