Magdeburg l Nashornkuh "Malaika" aus dem Magdeburger Zoo ist auf dem besten Weg, ein Fernsehstar zu werden. Der Zoo hat gemeinsam mit der RTL-Sendung "Stern TV" mehrere Kameras im Dickhäuterhaus aufstellen lassen, die die tragende Kuh rund um die Uhr beobachten und die Bilder live ins Internet übertragen. Die Hoffnung: Die Fernsehzuschauer beziehungsweise Internetnutzer sind direkt dabei, wenn die Nashorndame ihren Nachwuchs zur Welt bringt.

Der ist für Ende Februar vorhergesagt und durchaus eine Seltenheit. In europäischen Zoos kommen pro Jahr nur etwa drei bis sechs Nashornkälber zur Welt, teilte der Zoo mit. Auch in freier Wildbahn ist die Geburt eines Spitzmaulnashorns sehr selten. Für die 19-jährige "Malaika" ist es die zweite Geburt. Ihr erstes Kalb wuchs 2012 nicht auf. Es hatte einen Geburtsfehler an der Wirbelsäule und verstarb. Der Zoo hofft dieses Mal auf einen besseren Ausgang. "Bisher läuft alles normal", sagte Zoochef Kai Perret. Die Pfleger rechnen bei dem Nachwuchs mit einen Kalb, das bei seiner Geburt rund 50 Zentimeter groß und etwa 35 Kilogramm schwer sein wird. Mutter "Malaika" hat jedenfalls schon kräftig zugelegt. Nach Zooangaben hat sie rund 50 Kilogramm zugenommen. Vater "Madiba" bringt mit 1,6 Tonnen auch ein stattliches Gewicht auf die Waage. Mit 23 Jahren ist er zudem vier Jahre älter als seine Partnerin und auch schon fünffacher Vater. Paarungen bei Nashörnern dauern übrigens rund eine halbe Stunde.

Nach Angaben von Stern TV wurden für den Blick in den Nashorn-Kreißsaal mehr als hundert Meter Videokabel verlegt und drei Infrarotkameras installiert.

Eine Live-Übertragung aus dem Nashorn-Kreißsaal aus Magdeburg hat es schon einmal gegeben. 2011 gelangte Nashorndame "Mana" zur Berühmtheit. Stern TV hatte damals ihre Niederkunft mit Kameras begleitet und konnte so ein kleines Weihnachtswunder filmisch festhalten. Um 1.12 Uhr am Heiligen Abend 2011 hatte sie vor laufender Internetkamera ein gesundes Jungtier zur Welt gebracht. "Die Geburt verlief komplikationslos, da die 30-jährige Mana mit drei Geburten eine äußerst erfahrene Nashornmutter ist", hatte damals Zoosprecherin Regine Jembere erklärt. Darauf hoffen die Zoomitarbeiter erneut.