Magdeburg l Sind wir mit der Internetseite www.magdeburg.de zufrieden? Eher nicht - darüber sind sich die Kinder und die Jugendlichen einig, die zur Ideenwerkstatt in den Medientreff Zone am Universitätsplatz gekommen sind. Die Kinder machen den Test: Bei der Eingabe von "Spielplätze" in der Suchmaschine landen sie auf einer Seite mit Informationen über Friedhöfe. Das irritiert. Informationen zu Spielgeräten, deren Zustand oder eine Wegbeschreibung - nicht auffindbar. Und wer noch nicht lesen kann, hat auf der Seite gar keine Chance. Piktogramme und Bilder könnten da helfen.

Einmal abgesehen von Visionen für die Zukunft sehen auch die Jugendlichen eine ganze Reihe von praktischen Ideen, wie der Service für Jugendliche verbessert werden kann. René Börs nennt zum Beispiel Ausbildungsplätze als Thema, Sebastian Heitmann würde sich eine bessere Auffindbarkeit von verständlichen Formularen wünschen, Patrick Ermel sieht in der spielerischen Wissensvermittlung ein großes Potenzial: "Ein virtueller Stadtrundgang in 3-D samt Dom-Quiz-Master - das wäre doch klasse!" Anna Schröder und Tina Brandt diskutieren die Idee eines Forums für Jugendliche auf der städtischen Plattform und sind sich schnell einig. "Da sollte es eine obere Altersbeschränkung geben, das Jugendliche untereinander ja doch ganz anders miteinander diskutieren, als wenn Erwachsene dabei sind", erläutert Anna Schröder.

Ein Vorschlag sieht vor, Erklärungen dafür zu liefern, was in der Magdeburger Kommunalpolitik passiert. Da könnte das Puppentheater kreativ wie attraktiv Erklärstücke beisteuern, heißt es. Verständliche Anträge gehören dazu ebenso wie der direkte Kontakt zu den Kommunalpolitikern. Oliver Wendenkampf, der für Future im Stadtrat sitzt, lädt in diesem Zusammenhang schon jetzt dazu ein, Bürgerfragestunden im Stadtrat zu nutzen oder gemeinsam Ideen in Anträge zu gießen. "Kinder und Jugendliche sind genauso Bürger wie alle anderen und können schon jetzt eine Reihe von Möglichkeiten nutzen", sagt er.

Und wie geht es weiter? Zum einen hatte Katrin Thäger, Kinderbeauftragte der Stadt, am Sonnabend mit einem Besuch und interessierten Nachfragen bereits Interesse bekundet. Viele Ideen bezeichnet Oliver Wendenkampf als spannend - als besonders originell bezeichnet er die Puppentheater-Idee -, hat bei anderen noch Nachfragen und bietet an, bei einer späteren Veranstaltung auch einmal den Weg von Anträgen gemeinsam mit den Zone-Besuchern nachzuvollziehen.

Fortsetzung geplant

Jessica Burkhardt vom Medientreff Zone sagt: "Wir werden auf jeden Fall die Ergebnisse dokumentieren und würden sie gern Verwaltung und einer Gruppe von Stadträten vorstellen." Und wenn`s nicht für eine kinder- und jugendgerechte Gestaltung der Magdeburger Internetseite reicht - vielleicht bauen die Zone-Besucher dann aus den Ideen eine eigene Magdeburger Internetseite auf. Auch Tina Brandt - eine der Jugendlichen - sieht das ebenso: "Gerade an den Ideen, die jetzt schon umgesetzt werden könnten, sollten wir noch weiterarbeiten."