Magdeburg l "Eigentlich wollte ich die Vereinsmeierei nicht mehr", sagt Bettina Fassl. Doch im nächsten Moment muss sie sich selbst korrigieren. Natürlich, sie kann nicht anders. Zu viele Probleme sind aus ihrer Sicht anzupacken: die Gefahrhundeverordnung des Landes, bei derr die Tierschützerin dringenden Nachbesserungsbedarf sieht. Oder die Qualifizierung der Hundeauslaufwiesen in der Stadt ("Hier haben wir der Stadt schon unsere Zusammenarbeit angeboten.").

Da seien zudem erfolgreiche Projekte der Vergangenheit, wie das Aufstellen von gesponserten Hundetoiletten, die auf Fortsetzung warteten. Und da sei vor allem auch das "ungeliebte Thema Tierheimneubau", das unbedingt wieder auf die Tagesordnung müsse, meint sie. Zwar engagieren sich Bettina Fassl und ihr Mann Josef Fassl schon politisch in der Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz (kurz Tierschutzallianz), doch ohne "Vereinsmeierei" gehe es am Ende doch nicht so recht, räumt sie ein. "Mit dem Verein können wir gleichgesinnten, engagierten Tierfreunden wieder ein Dach bieten und Projekte wie die Spenden für Hundetoiletten organisieren", erklärt sie, warum nun doch ein neuer Verein in Magdeburg an den Start geht.

Ein Import aus Berlin: "Setzen auf Teamarbeit"


Obwohl, so ganz neu ist er am Ende nicht. Die "Pfotenkrieger" sind ein Import aus Berlin. Dort ist der Verein schon seit einigen Jahren unter Leitung von Michael Marx aktiv, vor allem aber mit Projekten des Auslandstierschutzes. Marx kennt Fassls aus ihrer Zeit in der Tierschutzpartei. Aus der Partei sind sie allerdings längst ausgetreten. Ihre Idee, Berliner Tierschutzprojekte mit lokalen Magdeburger Projekten zu verbinden, brachte sie nun zusammen. "Ich glaube, wir werden ein gutes Team. Vor allem sind die Magdeburger sehr erfahren in der praktischen Tierschutzarbeit", freut sich Michael Marx auf die Zusammenarbeit.

Nun also Pfotenkrieger auch in Magdeburg. Der Verein hat seinen Sitz sogar bereits von der Spree an die Elbe verlegt. Ende Januar reiste Marx eigens dafür nach Magdeburg. Ein neuer Vorstand wurde gewählt, mit zwei Vertretern aus Magdeburg und zwei aus Berlin (siehe Infokasten). Man gab sich eine neue Satzung und behielt den alten Namen - Pfotenkrieger. Der solle nicht allzu ernst genommen werden, sagt Marx auf Nachfrage, was es mit dem "Krieger" auf sich habe. Immerhin: Eine Kampfansage gebe es schon. Zu Felde ziehen wolle man etwa gegen qualvolle Massentierhaltung oder illegalen Welpenhandel aus dem Ausland. "Da haben wir ganz klare Forderungen", so Marx, der auch künftig den Vereinsvorsitz innehat. So stehe der Verein unter anderem für eine Anmeldung von Tierimporten, für einen Sachkundenachweis für Hundehalter und konsequente Strafverfolgung von Tierquälern. Auch für die Abschaffung der Hundesteuer wird plädiert, die Marx auf der Vereinshomepage als "Luxussteuer" zum Stopfen von Haushaltslöchern bezeichnet.

Aus dem "Bündnis für Tiere" ausgetreten


Unterdessen steuert die Vereinsvizechefin Bettina Fassl erst mal lokale Felder an. Erfahrung habe man in Magdeburg reichlich, so betont sie.

Die Fassls gründeten vor mehr als zehn Jahren das Bündnis für Hundefreunde, aus dem später das Bündnis für Tiere hervorging. Ein Verein mit zuletzt fast 100 Mitgliedern. Er organisierte Spenden, die die Anschaffung von rund 90 Hundetoiletten stadtweit ermöglichten. Der Verein betrieb bis vor gut zwei Jahren außerdem das Tierschutzzentrum mit Futterausgabe für bedürftige Tierfreunde in Neu-Olvenstedt.

Doch nach der überraschenden Abwahl von Josef Fassl als Vorsitzender traten beide 2012 aus dem Verein aus. Ihre neue Heimat sehen sie nun bei den Pfotenkriegern. Ein bescheidener Neustart mit Unterstützung aus Berlin und bisher sechs Mitgliedern in Magdeburg. "Doch wir wollen natürlich wachsen", so Bettina Fassl. Auch das klingt ein wenig nach Kampfansage.