Magdeburg l Schokoblumen, Knollen vom Mexikanischen Wunderbaum, nach Honig duftende Ismene - schon die Namen klingen verführerisch. Und erst mal der Blick auf die Bildertafeln, die das blühende Wunder der noch schlummernden Knolle schon mal vor Augen führt ... Kaum ein Besucher schafft es, ohne gefülltes Tütchen nach Hause zu gehen. "Wir haben aber auch die beliebten Klassiker im Programm", berichtet Gartenarchitektin Simone Hillen und zeigt auf gut gefüllte Regale mit farbigen Tulpen, Dahlien, Schmucklilien und Orchideen. "Die Magdeburger lieben auch die Gladiolen. Deshalb haben wir eine extra große Auswahl mitgebracht", erzählt sie. Von den Elbestädtern ist die Fachfrau aus Willich am Niederrhein ohnehin angetan. "Man merkt die Begeisterung für das Blühende. Das macht hier riesigen Spaß", sagt sie und strahlt übers ganze Gesicht.

Um an die feinen Knollen zu kommen, müssen die Gäste bisweilen aber ganz schön schieben. Voll ist es in den drei Messehallen, zum Teil bilden sich vor allem vor der Messehalle 3 lange Schlangen. "Wir haben schon auf dem Weg zum Parkplatz eine halbe Stunde gestanden", berichtet ein Rentner etwas genervt. Nachdem er aber sein Einkaufskörbchen mit diversen Pflanzenzwiebeln bestückt hat, entspannen sich seine Gesichtszüge. Hat sich das Warten doch gelohnt.

Es waren erneut Tausende Besucher, die die Messe Gartenträume am Wochenende ansteuerten. "Genau ausgezählt wird erst zu Wochenbeginn. Doch wir sind auf jeden Fall schon jetzt sehr zufrieden", sagte Merle Brunninkhuis vom Veranstalter am Sonnabendnachmittag zur Halbzeit. Zum 13. Mal schon machten die Niederländer mit ihrer Spezialmesse in Magdeburg Station. Und hatten ungebrochen großen Erfolg. Rund 100 Aussteller aus der gesamten Bundesrepublik, aus Belgien und den Niederlanden verwandelten von Freitag bis Sonntag die ansonsten kargen Messehallen in blühende Paradiese. Historische Obstbaumsorten, wie sie Frank Wetzel aus Heidelberg präsentierte, waren ebenso zu bestaunen wie Designer-Gartenmöbel oder Gartendeko. Und was machen Elbestädter, die nur einen kleinen Balkon haben und dennoch gärtnern möchten? "Hier bieten sich Kräutertöpfe mit Kresse, Basilikum oder Petersilie an, die man auch mit reinnehmen kann. Auch kleine Gemüse wie Pflücksalat, Radieschen oder Pariser Mini-Möhren eignen sich für Balkonkästen", weiß Uwe Siebers aus Bremen, dessen Familie seit 120 Jahren Sämereien anbietet. "Iss den Garten", so lautete das Motto der Gartenträume 2015, das auch ein buntes Rahmenprogramm mit Floristik-Workshops und Vorträgen bot. In einem Jahr lassen sich die Aussteller gern auch wieder von gärtnerischen Erfolgen wie Misserfolgen ihrer verkauften Ware berichten.

   

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