Magdeburg l Der Protest gegen die mögliche Fällung einer 120 Jahre alten Ulme und einer 80 Jahre alten Platane an der Danzstraße/Ecke Breiter Weg hat offensichtlich seine Wirkung nicht verfehlt. "Ich habe Hunderte Briefe bekommen", erklärte Oberbürgermeister Lutz Trümper in der Ratssitzung. Über das Internet konnten Baumfreunde einen Musterbrief ausdrucken und an das Rathaus schicken.

Angesichts der großen Flut an Protestschreiben hat der OB mittlerweile auch tatsächlich eine Prüfung der Schutzwürdigkeit der beiden "hölzernen Zeitzeugen", wie sie von ihren Rettern genannt werden, veranlasst. "Erst wenn diese Prüfung beendet ist, wollen wir dem Stadtrat den Bebauungsplan für das Areal vorlegen", versicherte Trümper auf Anfrage des Grünen-Stadtrats Timo Gedlich. Und es werde "wirklich ernsthaft geprüft", schickte er hinterher.

Gleichzeitig ließ das Stadtoberhaupt aber durchblicken, dass das, was sich die beteiligten Wohnungsunternehmen für das Areal der abgebrochenen Plattenbauten am Breiten Weg ausgedacht haben, eine "ganz, ganz tolle Lösung für die Stadt" sei.

Ob darin Platz für die beiden Bäume ist, die u. a. die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs sowie einen ersten Versuch zur Fällung in der DDR-Zeit unbeschadet überstanden haben, wird sich somit zeigen. Als lebendige Zeitzeugen sollen sie laut des eigens gegründeten Arbeitskreises Ökologie das Bürgerdenkmal und das Mauerstück am Domplatz ergänzen.

Auf die Frage, wie lange die Prüfung dauern wird, wollte Trümper nicht antworten. Stattdessen scherzte er, dass vor dem 15. März (dem Tag der Oberbürgermeisterwahl) auf jeden Fall nicht gefällt werde.