Magdeburg l "Die Laufspuren haben schon abgenommen, aber die Köder werden immer noch gefressen." Das berichtete Schädlingsbekämpfer Thomas Löwe, der das Rattenproblem am Ulrichplatz lösen soll, auf Volksstimme-Nachfrage. Auf dem Platz hatten sich mitten in der Stadt Ratten angesiedelt, die unbeeindruckt vom Trubel um sie herum auf den Grünflächen umhertollten und Erdhöhlen bauten (wir berichteten). So manchem Passanten versetzten die Nager auf diese Weise einen Schrecken.

Seit einem Monat werden Giftköder ausgelegt

Seit etwa einem Monat nun versucht Thomas Löwe die Schädlinge mit Giftködern zu bekämpfen. Mit Bauzäunen sind die Flächen abgesperrt. In regelmäßigen Abständen kontrolliert er die Fallen und legt bei Bedarf neue Köder nach. Auch heute wird er, abhängig von der Witterung, wieder am Ulrichplatz sein. Dass die Ratten-Population dort abgenommen hat, erkennt Thomas Löwe am Wegbleiben der Laufspuren. Diese nämlich entstehen durch das Hinein- und Herauslaufen der Nagetiere, die längst nicht nur in Kanalisationen zu Hause sind, sondern wie am Ulrichplatz ihr Domizil auch im Erdreich aufbauen. Auch auf einige tote Tiere ist Thomas Löwe schon gestoßen, und sie sind ebenfalls ein Zeichen dafür, dass die Bekämpfung Erfolge zeigt. Das Mittel im Köder hemmt die Blutgerinnung der Ratten. Verletzen sie sich, verbluten sie. Schmerzhaft sei das für die Tiere nicht. "Sie werden immer träger und träger, bis sie schließlich sterben", erläuterte Thomas Löwe. Zumeist sterben die Tiere in ihren Höhlen, erklärte er. Deshalb sei es auch selten, dass er tote Ratten findet. Wenn sie doch einmal an einem sichtbaren Ort sterben, dann nimmt er sie bei der Kontrolle der Köder mit und entsorgt die Kadaver auf der Mülldeponie.

Die Stadtverwaltung mahnt indes, keine Lebensmittel in die Papierkörbe oder das Unterholz zu werfen. Sie nämlich seien vermutlich der Grund, weshalb sich die Ratten dort angesiedelt haben. Die Tiere würden sich überall dort ansiedeln, wo sie Nahrung finden, hatte der Leiter des Gesundheitsamtes, Eike Hennig, gegenüber der Volksstimme erläutert.

Eine Gefahr für Leib und Leben sei von den Tieren nicht ausgegangen. Das sommerliche Picknick auf einer der Wiesen in dem kleinen Park könnte ohne die Bekämpfung allerdings von unangenehmen Überraschungen begleitet werden.

Gänzlich ausrotten werde er die Rattenpopulation am Ulrichplatz, die Löwe auf etwa 30 bis 40 Tiere geschätzt hatte, wohl auch nicht, sagte er. Aber sobald die Köder nicht mehr gefressen werden, könne davon ausgegangen werden, dass die Anzahl der Tiere sich um ein Vielfaches reduziert habe und damit das Problem eingedämmt sei.